Neue Lehrkräfte: Frau Hans stellt sich vor

Neue Lehrkräfte: Frau Hans stellt sich vor

Mein Name ist Miriam Hans, derzeit bin ich 28 Jahre alt und unterrichte Englisch sowie evangelische Religion.

Geboren bin ich in Andong/ Südkorea, jedoch direkt nach der Geburt vom Fleck weg adoptiert und schon mit gerade mal 3 Monaten Lebenserfahrung nach Deutschland eingeflogen worden. So wuchs ich in einem kleinen Ort in Nordrhein-Westfalen auf. Schon früh war mir klar, dass ich Lehrerin werden wollte – eigentlich direkt nachdem Prinzessin oder Rocksängerin ausgeschieden waren.

Meine Kindheit und Jugend waren hauptsächlich von zwei Dingen geprägt: 1. Musik – Gitarre, Klavier, Kirchenorgel, Kinder- und Jugendchor, Sologesang, Bandprojekte – und 2. Jugendarbeit in der Kirchengemeinde – Mitarbeit bei Freizeiten, Konfirmanden, Jugend- und Teenkreis. Hier konnte ich schon gleich mal testen, wie es sich anfühlt, mit Kindern und Jugendlichen zusammen etwas auf die Beine zu stellen, zu gestalten, zu erarbeiten – und dabei auch noch Spaß zu haben.

In der Schule hatte ich vor allem Freude am Sprachenunterricht, entschied mich aber kurz vor Studiumsbeginn in Münster doch noch gegen das Doppel Englisch/ Französisch und schwenkte um auf Religion. (Übrigens ein sehr interessantes, vielseitiges Studienfach – auch ohne kirchlichen und/ oder christlichen Hintergrund sehr zu empfehlen!) Ein Höhepunkt meines Studiums war definitiv meine Zeit als Fremdsprachenassistentin in Leeds/ Nordengland. (So ein Auslandaufenthalt ist jedem zu empfehlen, egal, ob man sich sprachbegabt fühlt oder nicht!) 9 Monate lang durfte ich englische Schule, Kirche, Kultur, Land und viele liebe Menschen kennenlernen – eine unvergessliche, wunderschöne Zeit.

Obwohl ich am liebsten noch geblieben wäre, kehrte ich nach Deutschland zurück, beendete mein Studium und meldete mich zum Referendariat in Ostfriesland an. Entgegen den Ostfriesen-(Witz-)Vorurteilen hatte ich während der Studienzeit nämlich einige sehr liebenswerte Exemplare kennengelernt, die mich davon überzeugt hatten, dass hier mein Platz in der Zukunft sein würde. So übe ich das „einzig wahre“  Plattdeutsch zu sprechen, trinke Tee in rauen Mengen und schätze mich dabei sehr glücklich, am Ulricianum gelandet zu sein.

Als Anfängerin so direkt nach dem Referendariat denke ich schon manchmal kritisch über meinen Unterricht nach. Zum Beispiel „Ups, das hat jetzt im Unterricht aber nicht so 100%ig geklappt wie geplant!“ oder: „Wie schade, das Thema kam mir beim Planen irgendwie interessanter vor!“ Auf der anderen Seite bleibt festzuhalten: Das Unterrichten und Lehrersein macht mir grundsätzlich Freude, und zwar mit allen Einschränkungen, die eine Live-„Vorstellung“ nun einmal mit sich bringt … denn so ist es eben: Life is live!