„Auricher Gymnasium Ulricianum verspricht sich viel vom neuen Energie-Erlebnis-Zentrum“ (On-Artikel)

„Auricher Gymnasium Ulricianum verspricht sich viel vom neuen Energie-Erlebnis-Zentrum“ (On-Artikel)

Ziel ist das fruchtbare Miteinander

Auricher Gymnasium Ulricianum verspricht sich viel vom neuen Energie-Erlebnis-Zentrum

rak Aurich/Ostfriesland. Der Bau des Energie-Erlebnis-Zentrums (EEZ) in Aurich-Sandhorst schreitet zügig voran, der Rohbau wächst stetig in die Höhe. Schön zu beobachten ist das auch über die Internetkamera auf unserer Internetseite www.on-online.de – es geht voran. Aber nur einen Neubau hochzuziehen, das ist für so eine komplex angelegte Einrichtung mit diversen Kooperationspartnern zu wenig. Aurichs Erster Stadtrat Hardwig Kuiper, der Macher der einstigen „Sonne von Aurich“ – jetzt EEZ –, weiß das genau. So hat er schon frühzeitig begonnen, die späteren Nutzer miteinander zu vernetzen und alle mit inhaltlichen Fragen zur Konzeption des EEZ zu beschäftigen (wir berichteten).

So hatte sich sehr frühzeitig das Auricher Gymnasium Ulricianum an den Planungen beteiligt. Es ging um die wissenschaftliche Begleitung bei der Konzipierung der geplanten Dauerausstellung im EEZ, aber auch bei der Ausgestaltung des Experimentariums und Zukunftslabors. Schon 2011 sei ihm klar gewesen, „dass ist etwas für unsere Schule“, sagt der stellvertretende Schulleiter des Auricher Gymnasiums, Rüdiger Musolf. Davon könne man ja nur profitieren. Erste Kontakte gab es im September 2011, dann wurde es schnell konkreter.

Im November gab es bereits ein Grundkonzept für eine künftige Kooperation. Im Frühjahr 2012 gründete sich eine zunächst sieben-, später zehnköpfige Planungsgruppe aus der Ulricianum-Lehrerschaft. Chemie-, Biologie- und Physiklehrer überlegten mit Vertretern der geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde, Religion/Philosophie, wie man die genannten Bereiche des EEZ mit Leben erfüllen könne. Gleichzeitig gab es Exkursionen zu Universitäten und Schülerlaboren, um das Niveau des neuen Labors festzulegen. „Wir wollten es so ausrichten, dass es deutlich über dem bisherigen Schulniveau liegt“, erklärt Musolf. Es solle Uni-Niveau haben, damit es Magnetwirkung entfalten könne. So wird es dort ein Laserlabor geben, und einen Vortragssaal für einhundert Personen. Auch die technischen Anforderungen an das Labor wurden definiert, wird doch dort mit verschiedenen Gasen, mit Strom, Wasser und Luftdruck hantiert – entsprechende Leitungssysteme müssen auch installiert werden. „Das Labor wird ein Gewinn für Aurich sein“, ist Musolf sicher, es schließe eine Lücke im naturwissenschaftlichen Bereich.

So wird das Gymnasium das Labor in seine Lehr- und Stundenpläne einbauen und dort Unterricht für die Sekundarstufen I und II geben. Zudem sollen dort Wettbewerbe möglich sein oder wissenschaftliche Einzelprojekte besonders interessierter Schüler. Wichtig ist dem Gymnasium auch der interdisziplinäre Ansatz. Es geht nicht nur um naturwissenschaftliche Versuche, sondern auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, um ethische Diskussionsansätze etwa, die sich aus Forschungen ergeben können. Auch will das Ulricianum den Ausstellungsbereich fest in den regelmäßigen internationalen Schüleraustausch des Gymnasiums einbinden.

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Stadtrat Hardwig Kuiper und Rüdiger Musolf freuen sich über das neue EEZ.Foto: Klöker

 

Musolf ist sicher, dass das EEZ mit seinen besonderen Angeboten „ein überregional einmaliges Forum der Begegnung zwischen Schule, Berufsausbildung, Studium und Forschung sein kann.“ So werden hier auch Gymnasiasten auf Enercon-Lehrlinge treffen, die hier im Bereich Elektroinstallation oder Metallbearbeitung ausgebildet werden.

Inhaltlich habe das Ulricianum – viele Lehrer nach Schulschluss – gerne mitgearbeitet, auch um die Stadt als Bildungsstandort in der Region voranzubringen. Andere Schulen sollen später von den Vorarbeiten profitieren, sagen Musolf und Kuiper. Letzter ist sicher: „In den Köpfen vieler lebt das EEZ schon.“ Für Musolf wäre der Nutzen für Gymnasien wie das Ulricianum sogar noch steigerbar, wenn die Bildungspolitik in Niedersachsen zum Abitur nach neun Jahren zurückfinden würde. Dann hätte man noch mehr Zeit, die Möglichkeiten des EEZ in den Schulunterricht sowie die Arbeitsgruppen am Nachmittag auszunutzen. Außerdem könnten Schüler des Gymnasiums als Guides für Auswärtige im EEZ arbeiten und die Schüler an die Hand nehmen.

Im laufenden Betrieb des EEZ soll es für das Gymnasium und andere Schulen einen festen Ansprechpartner im Zentrum geben, der den Versuchsaufbau für den Unterricht schon vorbereitet. Damit Schulklassen und Kurse, wenn sie aus dem Bus steigen, auch 90 Minuten netto Forschungszeit haben. Die Personalplanung fürs EEZ gebe das her, verspricht Kuiper. Man werde dafür speziell einen Laborassistenten beschäftigen.

 

In den kommenden Monaten werden wir regelmäßig immer an den Wochenenden detailliert über das größte Auricher Projekt berichten, das Energie-Erlebnis-Zentrum (EEZ). Wir stellen alle Bausteine der 30-Millionen-Euro-Investition vor, die Vorbereitungen dafür haben längst begonnen. Lesen Sie in den ON mehr über die geplanten Zentren für Natur und Technik, nachhaltige Ernährung, über die Kooperationen mit Enercon, den WfbM, dem Jugendherbergswerk, mit Hochschulen, Kammern, dem RPZ, dem Studienseminar des Landes sowie dem Experimentarium/Zukunftslabor sowie der Besucherausstellung.

Quelle: Ostfriesische Nachrichten – 14. September 2013