Ulricianer abroad [9/x]: Stella schwitzt in Santiago de Chile

Ulricianer abroad [9/x]: Stella schwitzt in Santiago de Chile

Hola, como están ? Ich heiße Stella und lebe seit dem 24. August in der Hauptstadt Chiles, Santiago de Chile. Ich bin mit der Organisation Rotary unterwegs, was bedeutet, dass ich bei einer Gastfamilie lebe, deren Kind auch an einem Austausch teilnimmt. Die Familien bekommen für die Zeit sozusagen ein Ersatzkind. Bei uns wohnt im Moment Fernanda Martinez, ein Mädchen aus Mexiko.

Mindestens einmal muss man seine Familie wechseln, und dieser Wechsel fand bei mir Ende Dezember statt.

Ich lebe gemeinsam mit meiner 15-Jährigen Gastschwester und ihrer Mutter im siebten Stock eines Appartements in einem sehr guten Viertel in Santiago.

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Da in Chile die Jahreszeiten genau anders rum sind als in Deutschland und der Sommer hier sehr heiß ist, befinde ich mich gerade in den Sommerferien, die drei Monate dauern. Nächsten Montag beginnt die Schule wieder und durch meinen Familienwechsel werde ich eine neue Schule besuchen. Normal für die gehobeneren Schichten in Chile ist es, eine Privatschule zu besuchen, nachdem mir diese aber im ersten halben Jahr nicht gefallen hat, gehe ich nun auf eine öffentliche.

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Der Unterricht unterscheidet sich sehr vom deutschen Unterricht. Insgesamt ist es sehr laut, weil die Chilenen sehr viel reden, singen und tanzen, manchmal sogar mit dem Skateboard durch den Raum fahren. Auffällig ist auch, dass das Verhältnis zu den Lehrern wesentlich freundschaftlicher ist. Man gibt sich zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange. Dies macht man aber generell zur Begrüßung.

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An jeder Schule herrscht Uniformpflicht und während der Schulzeit werden die Türen abgeschlossen, damit niemand einfach rausgehen kann. Der Schultag ist sehr lang, drei mal die Woche hat man bis 16:30 Uhr Unterricht und man schreibt sehr viele Arbeiten, in jedem Fach mindestens eine im Monat.

Da die Chilenen sehr schlecht Englisch sprechen, bin ich auf mein Spanisch angewiesen. Anfangs hatte ich sehr große Schwierigkeiten, weil das Spanisch in Chile sehr verschieden ist. Sie sind dafür bekannt, sehr schnell und undeutlich zu sprechen. Mittlerweile verstehe ich jedoch sehr viel mehr und auch mit dem Sprechen wird es immer besser.

Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich mit meinen Freunden und andere Austauschschülern aus den USA, Kanada und Deutschland.

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Zu der chilenischen Kultur: Chile ist sehr USA-orientiert. Es gibt sehr viele Einkaufszentren und auch das Essen ähnelt sich durch die vielen Foodcourts sehr.

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Die Chilenen sind sehr nett, jedoch auch sehr oberflächlich. Das heißt, richtige Freundschaften sind ihnen nicht so wichtig und nichts geht über die Beziehung mit ihrem Pololo (Freund). Man könnte schon fast sagen, sie leben nur für ihn.

Außerdem verbringen sie sehr viel Zeit mit Facebook, in meiner alten Schule hatten z.B. alle einen W-LAN code, und verbrachten den größten Teil der Zeit im Internet.

Auffällig ist auch, dass fast alle jungen Chilenen ein Piercing oder ein Tattoo haben, und da ihnen ihr Aussehen sehr wichtig ist, machen sie im Sommer eine Radikal-Diät, um eine gute Figur zu haben. Dementsprechend laufen sie fast jeden Tag bauchfrei rum.

Vor allem die Musik, Raeggaeton, gefällt mir hier am besten. Mein Lieblingssänger ist Daddy Yankee. Jeder liebt ihn, und ich mittlerweile auch. Ich gebe zu, dass er gewöhnungsbedürftig ist und auch ich ihn anfangs nicht mochte, ich ihn mittlerweile aber nur noch höre.

Die Chilenen essen sehr viel Fleisch und machen sehr viel Asado (Grillen).

Jedes Jahr im September, wird hier der Unabhängigkeitstag gefeiert. Die Schüler haben eine Woche schulfrei und am letzten Schultag gibt es eine Vorführung, bei der jede Klasse einen typisch chilenischen Tanz vorzeigt und richtig schöne Kleidung trägt. Der Nationaltanz ist der Cuecca. Überall sieht man chilenische Flaggen und typisches chilenisches Essen ( Empanadas de Queso/Pino, Humitas, Pastel de Choclo etc.)

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Sehr typisch für Chile sind die viele Erdbeben. Für mich ist es nach meinem fünften Erdbeben immer noch sehr komisch, aber die Chilenen sind da alle schon dran gewöhnt. Ein Erdbeben dauert ungefähr 5-10 Sekunden und findet häufiger im Jahr statt, richtig starke Erdbeben gibt es ca. alle 25-30 Jahre. Dafür gibt es regelmäßig Erdbebenübungen in der Schule und die Gebäude sind möglichst sicher gebaut.

Anfang Dezember bin ich mit meiner Organisation in den Süden Chiles, nach Patagonien, gefahren. Ich habe unter anderem die südlichste Stadt der Welt besucht, Eisberge gesehen aber auch das seit Oktober 8. Weltwunder Torres del Paine. Torres del Paine ist ein Nationalpark mit einem außergewöhnlichen und wunderschönen Gebirge. Ich habe noch nie eine so schöne Natur gesehen. Nächste Woche werde ich für eine Woche in den Norden fahren und im Mai dann zu den Osterinseln.

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Hier noch ein paar Spanischsätze:

Aunque haya tenido un tiempo muy difícil, estoy muz feliz que pueda vivir un año aca. Encontré amigos bacanes y claro a veces es muy fome pero es una experiencia inolvidable. Quiero decir gracias a mis padres en Alemania, los amo y gracias también a mi madrina. Eres la mejor y te quiero mucho. A mi hermana, aunque no nos hayamos visto por mucho tiempo, te quiero igual weona. Pero en general gracias a todos que siempre me han apoyado. Ojalá mi segundo medio vaya a ser la raja para mi. Los extraño demasiado. Nos veremos en Julio.

VIVA CHILE ctm po weo ¡! Stella Evers, Chile 2013/20