Exkursion der Geschichtsoberstufenkurse des 12. Jahrgangs am 08.10.2015

Exkursion der Geschichtsoberstufenkurse des 12. Jahrgangs am 08.10.2015

Vier Geschichtskurse des 12. Jahrgangs (GE 601, GE 602, GE 603, ge 612) besuchten am Donnerstag die Dokumentationsstätte der Gnadenkirche Tidofeld, die Ausstellung der Sparkasse Norden „Sparkasse im Nationalsozialismus“ und die Gedenkstätte KZ Engerhafe. Darüber hinaus nahmen sie auch an einer kurzen Stadtführung in Norden zur Norder Stadtgeschichte teil.
In der Gnadenkirche im Norder Stadtteil Tidofeld erhielten die Schülerinnen und Schüler durch einen erhellenden Einführungsvortrag von Frau Jacobs und Herrn Robbe einen Einblick in die Jahre der Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Zeitzeugeninterviews und Exponate aus dem Alltag der Flüchtenden machten die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen erfahrbar und regten zum Nachdenken über die Bedeutung von Integration heute an:
„Flucht, Vertreibung und Integration sind das Thema einer ganzen Generation – und sollten es auf neue Weise für gegenwärtige und zukünftige Generationen werden. Um der Mitmenschlichkeit willen – im Geiste christlich-humanistischer Grundwerte.“
(Webseite der Dokumentationsstätte Tidofeld)
In der Ausstellung zur NS-Vergangenheit der Sparkasse Norden erhielten die Schülerinnen und Schüler dann anhand von zahlreichen Exponaten einen Einblick, wie sehr der Nationalsozialismus auf den Alltag der Sparkasse einwirkte. Jüdische Konten wurden geplündert, Mitarbeiter mussten einen Eid auf Adolf Hitler schwören – die Sparkassen waren „willige Vollstrecker“ (Dr. Ingo Stader) des NS-Regimes. Die Ausstellung zum 175-jährigen Jubiläum der Sparkasse Norden stellt sich dieser Schuld und gesellschaftlichen Verantwortung und brachte für die Schülerinnen und Schüler die Wichtigkeit von Werten wie Religionsfreiheit und Toleranz in der heutigen Gesellschaft in den Blick.
Der Besuch der Gedenkstätte Engerhafe umfasste dann einen Vortrag von Pastor Osterwald zum Nationalsozialismus und dem Lager Engerhafe sowie eine Führung zur Gedenktafel auf dem Friedhof Engerhafe und einen Besuch der Ausstellung.
Pastor Carl Osterwalds Vortrag bewegte die Schüler sichtlich. Er beeindruckte durch seine absolute Ehrlichkeit, die auch persönlichste Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht aussparte. Die Frage, zu welchem Zweck eine Erinnerung an diese Zeit wichtig sei, beantwortete Osterwald so: Es sei in der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte notwendig, sich bewusst zu werden, wer man selbst sei und welche Werte man vertrete. Die Menschen könnten heute zusammen in einer Gemeinschaft leben, wenn sie die Würde jedes einzelnen Menschen achteten.

 

Pastor Osterwald I

 

Tidofeld II

(von Simon Staubach)