Wissenswertes über die Auricher Wissenschaftstage

Wissenswertes über die Auricher Wissenschaftstage

Frage: Wie lange gibt es die Auricher Wissenschaftstage?

Die Auricher Wissenschaftstage (AWT) feierten im Februar diesen Jahres ihr 25-jähriges Jubiläum. Der erste Wissenschaftstag fand 1990 aus schulinternen Vorträgen und Diskussionen in den BBS II statt. In den Folgejahren (1992) kam das Gymnasium Ulricianum und eine Erweiterung der Themenpalette dazu. Dann folgte die Öffnung zur interessierten Öffentlichkeit. Aktuelle Forschungsergebnisse wurden von Wissenschaftlern präsentiert, die höchste Anerkennungen und Auszeichnungen erhalten hatten. Die Nobelpreisträger Georg Bednarz, Christiane Nüsslein-Vollhard, Klaus von Klitzing, Richard Ernst, Paul Crutzen, Jack Steinberger, Reinhard Selten, Wolfgang Ketterle, Heinrich Rohrer, Theodor Hänsch, Peter Grünberg und Harald zur Hausen waren Referenten der AWT und stellten ihre Erkenntnisse dem interessierten Publikum vor. Die AWT setzten sich zum Ziel, ein „Forum der dritten Kultur“ zu sein, d.h. der Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften soll stattfinden.
Erste Stipendiaten fuhren zum Forschungszentrum nach Jülich und nahmen dort an interdisziplinärer Forschung teil. Daraus entwickelte sich ein Netz, das das Angebot für Praktika in renommierten Forschungseinrichtungen in der ganzen Republik und auch im Ausland ständig erweiterte und erweitert. 130 Institute und Einrichtungen haben sich mittlerweile am Stipendiatenprogramm beteiligt
Interviews mit Personen der Zeitgeschichte nahmen 1994 ihren Anfang: Redakteure der Schülerzeitungen hatten einen Termin bei dem Vorstandsvorsitzenden, Prof. Dr. Treusch. des Forschungszentrums Jülich. Es folgten Interviews mit z. Bsp.: Prof. Dr. Walter Jens, Dr. Siegfried Lenz, Dr. Günter Grass, Dr. Hans-Magnus Enzensberger, Friedrich Schorlemmer, Prof. Dr. Hans Küng, Bundespräsident a.D. Dr. Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt und Dieter Hildebrandt.

 

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Frau Groen, Herr Professor von- Klitzing, Herr Antony, 2014

 

Frage: Kann man auch als Oberstufenkurs an einem Vortrag teilnehmen?

Vor allem für Oberstufenkurse stellt das jährliche Referentenprogramm ein vielfältiges Themenangebot dar, um das in der Schule erworbene Wissen zu hinterfragen und zu vertiefen. Wissenschaft wird hier vom Ergebnis her vorgestellt. Die Kurse können Karten für sich reservieren und erhalten die Möglichkeit, mit dem Wissenschaftler ins Gespräch zu kommen.

 

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Herr Antony, Herr Professor von –Klitzing, Herr Schröder, 2015

Frage: Wie kann man sich für einen Stipendiatenplatz bewerben?

Für ein Stipendium können sich alle interessierten Oberstufenschülerinnen und -schüler des Ulricianums und der BBS II bewerben. Die Bewerbungsschreiben sind an mich (Frau Groen) und Herrn Siebels zu richten. Über Iserv werden zu Treffen eingeladen, auf denen die Stipendien vorgestellt und auch alles Weitere besprochen wird. Wie genau eine Bewerbung aussehen sollte, ist auf unserer Homepage nachzulesen. Herr Siebels und ich stehen jedoch auch immer für Fragen zur Verfügung. Wer Interese hat, melde sich bitte!
Bild. Stipendiat Kerker

Frage: Wo waren in den letzten Jahren Stipendiaten der Auricher Wissenschaftstage?

In den letzten Jahren waren die Stipendiaten in vielen anerkannten Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland, aber auch über Deutschland hinaus tätig. Fast jährlich gelingt es, immer wieder Plätze , z.B. im CERN in Genf, am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, im Forschungszentrum Jülich, im Helmholtz-Zentrum Berlin , im Max-Planck-Institut für Radioastronomie, aber auch im Kunsthistorischen Institut in Florenz oder am Leibnitz-Institut für Gewässerökologie, das den SuS schon dreimal eine Expedition nach Trinidad ermöglichte, zu gewinnen. Erst jetzt in den Herbstferien waren zwei Schülerinnen mit einem Forschungsschiff des AWI von Helgoland startend damit beschäftigt, die Nordsee zu erforschen. Ein weiterer Schüler konnte von Grananda aus durch ein Teleskop eine ferne Galaxie beobachten.

 

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Stipendiaten am Cern in Genf, 2015

 

Frage: Welche Stellung haben die Wissenschaftstage am Ulricianum? Wie profitieren die Stipendiaten von ihrem Aufenthalt?

 

Vor allem profitierten die SuS der Oberstufe von der wunderbaren Entwicklung der AWT. Besonders auch deshalb, weil die AWT sowohl hinsichtlich der Auswahl der Referenten als auch in der  Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen für einzigartige Qualität stehen. Die SuS erhalten durch ihr in der Regel zweiwöchiges Praktikum die Möglichkeit, Forschung hautnah mitzuerleben, sammeln Erfahrungen im wissenschaftspropädeutischen Arbeiten und gewinnen  dadurch für sich  Klarheit über berufliche Möglichkeiten und Wünsche. Sie erhalten Zertifikate, die ihnen so manche Tür im weiteren Werdegang aufstoßen können.

 

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Stipendiatinnen am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, 2015

 

Frage: Sind die Grundschulen des Kooperationsverbundes zur Begabtenförderung in die AWT eingebunden?

Seit 2011 gibt es am Gymnasium die Auricher Juniorwissenschaften. Diese fördern u.a. ab dem Kindergartenalter Begabungen und Talente, um wissenschaftliches Interesse frühzeitig zu wecken und zu erkennen. Bei diesem Angebot arbeiten wir schulformübergreifend mit den vier Grundschulen des Kooperartionsverbundes Aurich zur Förderung besonderer Begabungen und Interessen zusammen. In diesem Rahmen finden regelmäßig ausgewählte Arbeitsgemeinschaften, Projekte oder Workshops statt, an denen SuS der Grundschulen, der daran angegliederten Kindergärten und unserer Sek. I beteiligt sind, statt. Die Teilnehmer an diesen Projekten erhalten die Möglichkeit, direkten Kontakt mit Wissenschaftlern aufzunehmen, individuelle Fragestellungen und Hypothesen zu entwickeln, zu experimentieren und dadurch Forschung authentisch zu erleben. Ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten ist es immer wieder, wenn unsere Stipendiaten ihre Erfahrungen und Forschungstätigkeiten vor den Kindern aus der Grundschule und den Kindergärten vorstellen. Mit sehr viel Kreativität gelingt es den Stipendiaten, schwere und abstrakte Themen so aufzubereiten, dass die Kinder erste wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen.