Im Namen der Wissenschaft – Stipendiaten besuchen Grundschulen

Im Namen der Wissenschaft – Stipendiaten besuchen Grundschulen

Auch dieses Jahr fanden wieder die Grundschulbesuche im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage statt. Insgesamt 13 Stipendiaten durften am 26. Januar 2017 in die Lamberti-, Finkenburg-, Egelser- und Westernender Grundschulen gehen, um den Kindern aufgrund von praktischen Arbeiten die Themengebiete der jeweiligen Praktika näherzubringen. Dazu überlegten sich alle Stipendiaten Präsentationen und Workshops mit großem praktischen Anteil, passend zum erlebten Praktikum. Darunter waren zum Beispiel die Themen Magnetismus, Zellenmodell/Laboralltag, Bakterien & Hygiene, die Wichtigkeit von Trinkwasser und Moleküle/Mikroskopieren.

Die Einbindung der Kinder in die Präsentationen war besonders wichtig, sodass diese zum Beispiel lernten richtig die Hände zu waschen oder überlegen, wo in ihrem Umfeld die meisten Bakterien sind. Sie durften erste Erfahrungen mit der Mikroskopnutzung machen und lernten dessen Bedienung, sie bauten Moleküle nach und erlebten einen spannenden Laboralltag mit einem schönen bunten Versuch.

Händewaschen unter die Lupe genommen.

Moleküle statt Legosteine.

Wichtig war es das ganze kindgerecht zu gestalten, da nicht nur Grundschüler die tolle Möglichkeit hatten erste Kenntnisse zu sammeln, sondern sogar Kindergartenkinder die Chance hatten mitzumachen. Dies gelang allen Vortragenden sehr gut, sodass die Präsentationen und Workshops ausnahmslos gut verliefen und eine große Begeisterung bei den Kindern vorhanden war. Diese Begeisterung wirkte sogleich ansteckend, denn die Freude und Lernbereitschaft der Teilnehmer schien geradezu grenzenlos – alle nutzten ihre Chance mitzumachen, stellten Fragen und machten bemerkbar, dass sie aus den Vorträgen sehr viel mitnehmen werden- darunter auch die Hoffnung in der Zukunft selber die Chance zu haben, ein Praktikum zu ergattern. Genau diese Arbeitslust und Faszination der Kinder war es, was den Tag zu einem Besonderen machte. Die Anstrengungen der Stipendiaten während der Vorbereitung wurde mit dem Strahlen der Kinder honoriert. Es war allen Teilnehmenden anzusehen, dass sie sehr viel Spaß hatten. Es wurde ein Vormittag, den mit dem schönen Gefühl beenden konnte, etwas erfolgreich weitergegeben zu haben.

Wie bereits von der OZ berichtet wurde, waren die Stipendiaten Anna-Lena Pollmann, Nils Rommel und Janosch Scherler an der Lamberti Grundschule. Wie es dort erging, berichtet die Schülerin Anna-Lena Pollmann:

“ Zusammen mit Janosch Scherler, Nils Rommel und einer Freundin Vanessa Oertel machte ich mich an zur Lambertischule auf, um dort etwas über unsere Praktika zu erzählen. Mit insgesamt 25 Schülern aus allen vier Klassenstufen machten wir dort mit den Kindern Versuche zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und Magnetismus. Von Anfang an waren die Kinder begeistert, da sie Namensschilder bekamen, die sie als Wissenschaftler betitelten.

Selbstgemachtes Namensschild von Anna-Lena Pollmann

Dann fing meine Stunde schon an und ich erzählte den Kindern etwas über mein Praktikum im Max-Planck-Institut in Freiburg und was ich dort im Labor alles gemacht hatte. Das Institut beschäftigt sich mit dem Themenbereich Epigenetik, also Proteinen, die die DNA verändern können. Dies ist allerdings in 45 Minuten kaum kindergerecht erklärbar, weshalb ich beschloss, ihnen das richtige arbeiten in einem Labor zu zeigen.  Danach gab es eine kleine Fragerunde, bei der die Kinder erzählen konnten, was sie alles über Labore wissen. Von Reagenzgläsern, Mikroskopen  bis hin zu „forschen“ war alles dabei und ich war sehr erstaunt, wie viel die Kinder schon wussten.

Foto: Bettina Keller

Als letztes durften die Kinder ein Rollenspiel spielen, bei dem sie selber in die Rolle eines Laboranten schlüpfen konnten. In Kleingruppen bekamen die Kinder verschiedenfarbige Lösungen, die sie zusammenmischten. Dabei zogen die Kinder Handschuhe an und experimentierten mit Zentrifugenröhrchen – die auch in Laboren genutzt werden- und Pipetten -wie man sie aus dem Biologie- oder Chemieunterricht kennt.

Foto: Bettina Keller

Danach durften die Kinder frei mit Öl und den Lösungen experimentieren. Dabei entstanden zum Teil sehr schöne Mischungen, bei denen Öl und die verschieden farbigen Lösungen aufeinandergeschichtet wurden.

Foto: Bettina Keller

Die Kinder waren restlos begeistert, dass sie selbst in die Rolle eines Wissenschaftlers schlüpfen konnten. Viele wollten auch zu Hause weiter experimentieren; so freuten sie sich noch mehr, als sie die Pipetten, Zentrifugenröhrchen und Handschuhe mit nach Hause nehmen durften. Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter mit der Stunde von Nils Rommel und Janosch Scherler, die ihr Praktikum am CERN in der Schweiz absolvierten. Sie erzählten den Kindern etwas über Magnetismus. Genauso wie ich, erzählten sie den Kindern erst einmal etwas über ihr Praktikum, wobei die Kinder aufmerksam folgten. Dann durften die Kinder wieder selbst experimentieren. In zwei Versuchen erfuhren sie etwas über Magnete und ihre Kraft, indem diese zuerst zwei Magnete und ein kleines Auto bekamen, mit dem sie herausfinden sollten, wann die Magnete sich anziehen. Dieser Versuch sollte den Kindern zeigen, wie weit das Magnetfeld der Magnete reicht.

Nils und Janosch bei ihrer Präsentation. Foto: Bettina Keller

Auch der zweite Versuch beschäftigte sich mit diesen Feldern. Dazu bekamen die Schüler einen Magneten, der in der Mitte eines neuen Arbeitsblattes lag. Dann wurde ein Kompass an verschiedenen Stellen rund um den Magneten gelegt. Hierbei fanden die Kinder heraus, dass, egal wo der Kompass liegt, immer die Nadel dessen beeinflusst wird und sich die Spitze immer in Richtung des Magneten dreht.

Die Schüler beim Erklären, Foto: Bettina Keller

Alles in allem kann ich sagen, dass mir die Stunde in der Grundschule sehr viel Spaß gemacht hat und ich es auf jeden Fall wieder machen würde. Es war sehr schön zu sehen, dass den Kindern es so viel Spaß gemacht hat, zu experimentieren und sich in die Rollen hineinzudenken. Ich danke den Auricher Wissenschaftstagen, dass uns die Chance geboten wurde, das Praktikum zu absolvieren und schließlich den Kindern unser Wissen weiterzugeben.  Auch bedanken wir uns bei den Lehrkräften des Gymnasiums und der Lambertischule, dass wir in der ganzen Zeit begleitet und betreut wurden.“

Erfolreicher Vormittag auch in der Lamberti Grundschule. Foto: Anja Lueken

Ingesamt bedanken wir uns sehr bei den Grundschulen Egels, Finkenburg, Lamberti und Westerende, den Ansprechpartnern Herrn Salzwedel, Herrn Neiweiser, Herrn Münzel und Herrn Prütz, dem Auricher- und Junior-wissenschaftstagenteam sowie allen Organisatoren, die den gelungenen Grundschulbesuch erst ermöglichten. Vielen Dank!

Herr Schröder, Herr Götz und Herr Neiweiser(Schulleiter der Finkenburg Grundschule) bei der Hygiene & Bakterien Präsentation.

Geduldig erklärt der Stipendiat den Grundschülern die Bauweise…

und so entstehen aus kleinen Perlen große Moleküle.

Text: Beate Grojsman und Bericht von Anna-Lena Pollmann
Fotos: Beate Grojsman, Bettina Keller(OZ)