Schüler treffen Politiker: Im Gespräch mit Heiner Geißler

Schüler treffen Politiker: Im Gespräch mit Heiner Geißler

Tiefe Einblicke in Politik und Geschichte der Bundesrepublik erhielten neulich einige Schülerinnen und Schüler der BBS 2 Aurich und des Gymnasiums Ulricianum im Gespräch mit einem erfahrenen Politiker, der die Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend mitgestaltete.
Denn im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage trafen sich die Jugendlichen mit dem ehemaligen Bundesminister und langjährigen Generalsekretär der CDU zu einem ausführlichen Gespräch.
Im Vorfeld des Treffens hatten sich die Schülerinnnen und Schüler mit Studienrätin Martina Poets (BBS 2) und Schulpastor Andreas Scheepker (Ulricianum) intensiv auf das Interview mit dem prominenten Politiker vorbereitet.
Die Gruppe aus Aurich war von Heiner Geißler nach Voerde eingeladen worden, wo der bekannte Politiker und Bestseller-Autor auf seiner Lesereise Station machte.
Lea Ella Woick und Simon Bohlen von der BBS 2 sowie Rijke Beiße, Jule Galonska und Hilke Peters vom Ulricianum kamen mit Heiner Geißler sofort ins Gespräch. Der bekannte CDU-Politiker erzählte anschaulich und spannend von seiner Kindheit und Jugend, die er mit seiner Familie in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges erlebt hatte. Das Aufwachsen in einer Diktatur beschrieb Geißler als außerordentlich bedrückend. Für ihn war besonders die Schulzeit an einer katholischen Internatsschule prägend. Eigentlich hatte Geißler Pfarrer werden wollen, um als christlicher Seelsorger den gesellschaftlichen Neuanfang nach dem Krieg ideologisch und moralisch mitgestalten zu können. Aus persönlichen Gründen schlug er jedoch einen anderen Weg ein und ging schließlich in die Politik. In der CDU sah er die Möglichkeit, sich für einen demokratischen, freiheitlichen Rechtsstaat zu engagieren, der sich an einem christlichen Menschenbild und Wertesystem orientiert. In dieser Partei, die schon früh die Idee von einem gemeinsamen Europa verfolgte, fand der Vollblutpolitiker und überzeugte Europäer seine politische Heimat, in der er für seine Ideale erfolgreich kämpfte. Als engagierter Sozialpolitiker und allseitig geschätzter Querdenker, für den das Wohl der Menschen immer im Mittelpunkt stand, prägte Heiner Geißler in hohem Maße die heutige Bundesrepublik.
Zu diesem Europa, in dem Grenzen immer überflüssiger wurden, sieht Geißler auch heute keine Alternative. Nationalistische Bestrebungen seien ein Schritt rückwärts und erschwerten die Weiterentwicklung der Gesellschaft, was den Zukunftsoptimismus der nachkommenden Generationen bremse, erklärte der erfahrene Politiker.
Heiner Geißler stellte sich offen und interessiert den Fragen der Jugendlichen. So erzählte er Persönliches aus seinem Leben und bezog engagiert Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Er freute sich sichtlich über den ostfriesischen Tee mit Kluntjes, die ihm seine jungen Gäste aus Aurich als Gastgeschenke mitgebracht hatten.

Text und Bild: SK

 

von links: Simon Bohlen, Andreas Scheepker, Ella Woick, Dr. Heiner Geißler, Martina Poets, Hilke Peters, Rijke Beiße, Jule Galonska