Großes Theater in Auricher Stadthalle

Großes Theater in Auricher Stadthalle

Am Freitag den 3.2.2016 kamen einige Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs mit Herrn Hettmann und Frau Beekmann in der Stadthalle Aurich zusammen, um sich dort den von Theodor Fontane geschriebenen Roman „Effi Briest“ auf der Bühne anzusehen. Das Thema „Frauenbilder von Effi bis Else“ wird für das Abitur relevant sein, sodass die Aufführung perfekt in den Lehrplan passte.  Auf die Bühne gebracht wurde das Stück von der Landesbühne Nord, die wir nach der äußerst gelungenen Darbietung auf jeden Fall mit gutem Gewissen weiterempfehlen können.

Die Handlung spielt im späten 19 Jahrhundert: Die 17 Jahre junge Effie Briest heiratet einen doppelt so alten Mann, den Baron von Instetten.

Nach der Vermählung ziehen beide in Instettens Haus und wohnen von da an in der  Provinz, wo es Effi bald langweilig wird. Hinzu kommen noch der nachts spukende Geist eines Chinesen, wodurch sie sich an diesem Ort noch viel unwohler fühlt als ohnehin schon.

Später lernt sie jedoch den Apotheker Gieshübler kennen, der ihr in diesem Örtchen der einzig sympathische Mensch zu sein scheint.

Nach langer Zeit der Langeweile gibt es dann endlich einen Abend für Effi, an dem sie mit ihrem Mann, zwei Bekannten und einer anderen Frau Zeit verbringt. Für den Moment fühlt sie sich ganz wohl, aber…

…dann schlägt ihre Freundschaft mit dem Crampas die falsche Richtung ein und Crampas und Effi haben eine Affäre, von der allerdings ihr Ehemann Instetten erst Jahre später erfährt.

In der Zwischenzeit zieht das Ehepaar samt Tochter nach Berlin.  Instetten erfährt von der Affäre, die beiden Herren duellieren sich und Crampas stirbt.

Instetten und Effi lassen sich scheiden und Effi lebt nach langem Zurückziehen wieder bei ihren Eltern, wo sie ihre letzten Wochen verbringt.

Nach der Aufführung waren alle begeistert und es gab fast nur positive Rückmeldungen aus der befragten Schülerschaft. So sei das Stück beispielsweise auf eine gewisse Weise interessant, witzig und fast langweilig zugleich gewesen und neben der etwas langweiligen Handlung von Effi Briest sei das Stück in einer modernisierten Art gestaltet und auch versteckt humorvoll inszeniert worden. 

Besonders gut gefallen hat auch die Darstellungsart, welche den Figuren einen ganz eigenen Humor verlieh. Gerade Crampas‘ Darstellung ist in sehr positiver Erinnerung geblieben, da er „sowohl die historische Art als auch den modernen Gedanken ausführte“.  Und auch das simple Bühnenbild überzeugte das Publikum. Zwei ineinander geführten Trapezrahmen mit Vorhängen „machen die Bühne in den richtigen Szenen leer und lassen die Schauspieler das Theater ausfüllen“.  Auch die Musik war sehr passend, denn sie hat „die Dramatik noch unterstrichen“ und selbst wenn sie die Schauspieler an der einen oder anderen Stelle kurz übertönte, konnte man diese ohne Mikro trotzdem gut verstehen.

Dieses Stück wird den meisten von uns in positiver Erinnerung bleiben und wir konnten alle ohne großartige Vorkenntnisse dem Verlauf der Handlung problemlos folgen, somit war diese Aufführung tatsächlich eine lehrreiche, durch die wir sicher noch etwas fürs Abi mitnehmen können.

 

Text: Lisa Weinstock   Bilder: Amelie Alberts