Strukturwandel im Ruhrgebiet

Strukturwandel im Ruhrgebiet

Um 06:50 Uhr an einem Novembermorgen sind die Erdkunde Leistungs- und Prüfungs-Kurse mit einem Bus der Firma „Harms“ gestartet. Das Reiseziel stand schon lange fest: Es ging ins Ruhrgebiet. Darüber waren nicht nur die Schüler von Heiterkeit erfüllt, auch der Busfahrer und die Lehrer(in) Frau Memenga, Herr Haus und Herr Struckmeyer waren guter Dinge. Um 10:30 Uhr waren wir auch schon in Essen beim Ruhrverband angekommen, von wo aus die weitere Reise starten sollte. Die Tour begann direkt in Essen, vorbei an der Grünenmitte, alten Produktionshallen (heute ein Theater) der Firma Thyssen-Krupp und zu dessen Gelände. Am Stammhaus vor dem modernen Firmenkomplex erfuhren wir, wie sich das Bild Essens durch die Industrialisierung gewandelt hatte bzw. welche Maßnahmen ergriffen wurden, um den Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft heute zu gestalten. Die freundlichen Reiseleiter haben viele Informationen dazu geliefert. Aufgrund der draußen herrschenden, klirrenden Kälte waren alle erleichtert, als es wieder in den Bus ging, den der Busfahrer freundlicherweise vorgewärmt hatte.

Anschließend sind wir mit dem Bus zum Tetraeder nach Bottrop gefahren. Von dort aus konnte man, dank der klaren Fernsicht, das ganze Ruhrgebiet überblicken: sowohl Gelsenkirchen als auch Essen, Bochum und Dortmund, waren mit ihren teilweise noch aktiven und inaktiven Zechen zu sehen. Die ganz Mutigen gingen auch ganz auf die Spitze des Tetraeders. Die, die ein mulmiges Gefühl hatten, konnten auch schon auf vorherigen Stationen anhalten. Nachdem viele Fotos geknipst wurden, ging die Reise weiter.Auf dem Weg zu unserer nächsten Station fuhren wir noch durch typische Arbeitersiedlungen bzw. durch die Gartenstadt Welheim in Bottrop, um ein Gefühl für die Lebenssituation der Zechenarbeiter im frühen 20. Jh. zu bekommen. Die nächste Station war dann ein der Landschaftspark Duisburg-Nord, ein stillgelegtes Hüttenwerk.

Im ehemaligen alten Gasometer entstand dort Europas größtes künstliches Tauchsportzentrum, der ehemalige Erzlagerbunker wandelten sich zu einem alpinen Klettergarten, in einer ehemaligen Gießhalle wurde ein Hochseilparcours eingerichtet und ein erloschener Hochofen ist zum Aussichtsturm ausgebaut. Auf einem dieser Türme sind wir dann ganz nach oben, auf teilweise sehr engen Stufen, gestiegen. Der überraschend längere Aufstieg hat sich am Ende gelohnt, da man einen sehr schönen Ausblick hatte, vielleicht sogar noch einen Besseren, als der Tetraeder ihn geboten hat. Nachdem wir wieder hinabgestiegen waren, ging zur letzten Station: Oberhausen.

Dort angekommen gab es zunächst einen kurzen Vortrag zur „Neuen Mitte Oberhausen“. Anschließend ging es zu Fuß gut einen Kilometer weit, bis wir das „CentrO“, ein gigantisches Einkaufszentrum, erreichten. Auf dem Weg dorthin überquerten wir den die Emscher – deren Geruch uns zu schaffen machte – es handelt sich eigentlich um einen Fluss, der im Zuge der Industrialisierung zu einem oberflächlich verlaufenden offenen Abwasserkanal umfunktioniert wurde. Zum Glück schreitet hier die Renaturierung voran. Beim CentrO angekommen hatten wir Zeit etwas zu essen und sich noch ein bisschen umzuschauen, bevor wir dann um ca. 19:00 Uhr mit dem Bus wieder nach Hause gefahren sind. Dort kamen wir nach einem heiteren aber auch anstrengenden Tag gegen 22:00 Uhr an.

Tammo Doeden und Julian Röben