Kurs auf die ,,neue Welt“

Kurs auf die ,,neue Welt“

… hieß es als Justine und die restlichen 49 Besatzungsmitglieder ihre Atlantiküberquerung auf Teneriffa starteten.  Fast drei Wochen umgaben nur Wasser, Wale und Delphinschulen die Thor Heyerdahl. Meist ruhig schaukelte das Schiff in den Wellen, während es langsam immer wärmer wurde und das Ziel  St.Vincent and the Grenadines und Grenada immer näher kam. Mit diesen drei Wochen auf hoher See fing für Justine die Reise so richtig an und ihr wurde immer bewusster, dass sie diese Zeit niemals vergessen wird. 

 

Allerdings durfte die Schule auch nicht zu kurz kommen, daher fing auch der Bordunterricht an, da aber nicht alle Schüler gleichzeitig am Unterrricht teilnehmen können, wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt, so haben sie nur alle 2 Tage Unterricht und an den anderen Tagen übernehmen sie die Schiffsarbeiten. Auf Grenada angekommen erwartete die Crew das reine Paradies, lange weiße Sandstrände, Palmen soweit das Auge reicht und die ersten Schulferien. Für Justine war dieses Ziel etwas ganz besonderes, denn sie feierte hier ihren 16. Geburtstag und durfte endlich ihre Geschenke  öffnen.

Doch auch wenn Grenada wunderschön war, wuchs bei den Besatzungsmitgliedern die Vorfreude auf Panama, denn das war nun das erste „große“  Ziel. Nach einem Abstecher zu den Kunaindianern ging es direkt weiter in das Camp von Miguel,

das mitten im Regenwald liegt. In einer knappen Woche lernte Justine viel über das Leben und Überleben im Regenwald und wie gefährdet dieser tatsächlich ist.

Natürlich durfte auch das Schwimmen in kleinen Seen in der Nähe von Wasserfällen  nicht fehlen.  Nachdem die Crew den Regenwald erkundet hatte, ging es kontrastreich weiter, denn Panama City ist eine lebendige Metropole, die stark unter amerikanischem Einfluss steht. Daher standen nicht mehr traditionelle  Gerichte aus dem Regenwald auf dem Speiseplan sondern Burger, Pommes und Pizza.  Von Panama City ging es dann weiter nach Boquete, wo die Schüler in Gastfamilien lebten und eine Woche lang eine Sprachenschule besuchten.

Während dieser ereignisreichen Wochen lernte Justine, wie einfach es sein kann, eine Kokosnuss am weißen Sandstrand zu öffnen, wenn man den richtigen Trick kennt , sie lernte, wie es ist, im panamaischen Regenwald zu leben, sie lernte in Panama City, wie kontrastreich ein Land sein kann und erlebte, wie die Nasoindianer ihren Alltag bestreiten und wie zufrieden diese mit ihrem für unsere Verhältnissen bescheidenen Leben sind.

Doch das war nicht alles, was sie während ihrer Reise lernen sollte, der große Landaufenthalt in Kuba stand kurz bevor und die Planungen für die Exkursionen in Kleingruppen liefen auf der Thor auf Hochtouren.

Kuba, die Insel der ausgelassenen Stimmung, der Gemütlichkeit und der besonderen Art zu leben war für alle eines der absoluten Highlights. Während des dreiwöchigen Landaufenthalts besuchten die Kusis die Hochbegabtenschule „Federico Engels“ in Pinar del Rio und lebten eine Woche bei ihrer Gastfamilie. Im Anschluss daran erkundeten sie mit ihrer Kleingruppe die Insel auf eigene Faust und lebten zusammen mit den anderen in den sogenannten Casas Particulares. Dort genossen sie unter anderem die kubanische Küche und die Gastfreundschaft, die bei den Kubanern immer  großgeschrieben wird.

Am Ende dieser aufregenden drei Wochen kehrten alle nach Havanna zurück. Dort besuchten sie verschiedene Sehenswürdigkeiten und genossen die ausgelassene Stimmung der Stadt. Doch auch wenn sich die Zeit auf Kuba dem Ende zuneigte, stand noch ein ganz besonderer und hart erarbeiteter Punkt auf der Checkliste der Kusis. Sie nannten ihn „Un día especial, un día histórico, un simbolo para la amistad entre Cuba y Alemania – Ein besonderer Tag, ein historischer Tag, ein Symbol für die Solidarität zwischen Kuba und Deutschland“. Am 18.02.2017 durften erstmals die kubanischen Gastschüler die Thor Heyerdahl besichtigen. Es mag seltsam und unbedeutend klingen, da eine solche Besichtigung in Deutschland nichts Besonderes wäre, doch auf Kuba war es ein wichtiger Schritt, für den Ruth Merck (Projektleitung) lange gekämpft hatte.

Bereits am nächsten Tag sollte die Reise weitergehen. Ein Moment, dem alle sowohl mit einem traurigen als auch einem glücklichen Auge entgegen blickten. Traurig darüber, eine wundervolle Insel mit vielen Facetten zurückzulassen und glücklich darüber, eine Vielzahl an Erfahrungen, Erlebnissen und Erinnerungen gesammelt zu haben, die mit Sicherheit unvergessen bleiben werden.

Bis zum 06.03. wird die Thor Heyerdahl noch vor St. George’s / Bermuda ankern. Danach geht es weiter nach Horta auf die Azoren, wo die Kusis eine knappe Woche verbringen werden.  Von da aus heißt es dann auch schon wieder: „Deutschland wir kommen!“, denn am 23.04. wird die Thor in Kiel einlaufen.

 Text: Ann Christin Albinus

Fotos: Justine Wilke