18 Stunden für ein paar Tage Deutschland – Gäste aus Savona in Aurich

18 Stunden für ein paar Tage Deutschland – Gäste aus Savona in Aurich

Nachdem die diesjährige Savona-Austauschgruppe eine Woche lang die italienische Lebensweise kennenlernen durfte und gemeinsam mit Herrn Lüngen, Frau Duensing und Busfahrer Holger auch die Region erkunden konnte, war es jetzt Zeit für’s Revanchieren. 18 Stunden verbrachten die Italiener in ihrem Reisebus, bevor sie mit eine riesigen Italien-Flagge den Parkplatz der Sparkassen-Arena in Aurich betraten. Die Stimmung war locker – das gute Wetter und die bereits geknüpften Kontakte waren sicherlich ausschlaggebend für diesen herzlichen Empfang.

Der Sonntag stand zur freien Verfügung, wurde aber von vielen genutzt, sich am Abend nochmal zu versammeln und zusammen die Sonne zu genießen. Italienische Gemütlichkeit trifft auf deutsche Pünktlichkeit – spätestens am Montagmorgen wurde vielen Deutschen klar, dass diese Kombination eventuell nicht die passendste ist. Trotzdem saßen alle Teilnehmer, egal ob aus Deutschland oder Italien, pünktlich um acht Uhr im Güterschuppen, um sich die offiziellen Begrüßungen anzuschauen. Herr Lüngen erwies sich immer wieder als Sprachprofi, denn: ohne ihn hätten die Italiener nichts verstehen können. Fast so schnell, aber deutlich genauer wie der Google-Übersetzer konnte Herr Lüngen die deutschen Reden auch für die italienischen Gäste verständlich machen. Nach einem Besuch im Rathaus ging es auf Schnitzeljagd – dabei mussten italienische Fragen auf Englisch für die Deutschen übersetzt werden, die daraufhin ihre Gäste durch die Stadt führten. Ziel war dann das Foyer unserer Schule.

Auch am Dienstag hieß es: früh aufstehen! Mit zwei Reisebussen fuhr die Austauschgruppe nach Bremen. Nach einer Stadtführung für Deutschland und Italien war Zeit für Shopping, Essen und… Shopping. Doch die Zeitplanung hielt uns au Trab, da einige Teilnehmer am Abend noch den Ossiloop bewältigen wollten. Dank der Fahrkünste von Busfahrer Holger (#untentunnelobenberg – ihr Teilnehmenden wisst schon, was das heißt. An alle anderen: Macht nur mit beim Savona-Austausch, dann versteht auch ihr das;)) erreichten wir noch pünktlich Aurich, sodass alle zusammen die Läuferinnen und Läufer (Gooo, Piet!!) lautstark anfeuern konnten.

Bei einem Deutschland-Besuch darf natürlich auch nicht der Rückblick in unsere Geschichte fehlen. Daher besichtigten wir zunächst das Konzentrationslager Esterwegen, ehe es weiter in die Meyer-Werft nach Papenburg ging. Der großzügige Besucherbereich beeindruckte genauso wie der riesige Schiffbau, der in der noch riesigeren Halle stattfand. Der Austausch-Mittwoch stand also voll und ganz im Zeichen der Geschichte. Zum einen die vom gesamten Land, zum anderen die der Meyer-Werft.

Mit der Sorge, dass wir nun ja aus Deutschland ausreisen würden und der Pass im Gästezimmer liegt, warteten die italienischen und deutschen Austauschschüler auf die Fähre nach – ja, wohin ging es wohl? Norwegen, Großbritannien? Nein – die Fähre legte ab in Richtung der noch unentdeckten Weltmetropole Norderney. Daher war die Sorge nach dem Pass natürlich unnötig, sorgte aber für manches Schmunzeln bei den deutschen Schülern. Nach einer umfangreichen „Nature at the coast“- Führung durch Master-of-Meeresbiologie Schunicht erreichte die Reisegruppe die Weiße Düne. Nach einer kurzen Einweisung von Herrn Lüngen hieß es für die Schülergruppe – überleben ohne Lehrer. Das klappt in der Freizeit und in den Ferien ja meistens auch (irgendwie), allerdings war der Treffpunkt, der in ein paar Stunden zu erreichen galt, auf der anderen Seite der Insel. Es bestand nur eine Möglichkeit: Laufen, laufen, laufen. Nordic Walking eben. Zeit für eine Pizza blieb jedoch trotzdem noch, somit konnte die Austauschgruppe gestärkt auf die Fähre Richtung Deutschland, ähh Ostfriesland, steigen. Angekommen in Aurich gab es dann noch ein Abschlussessen der Business-Class. Das Schnitzelbuffet in der Stadtperle bildete den krönenden Abschluss einer kurzen Austauschzeit.

Ein Abschied am Donnerstag? Ja, denn die Italiener reisten am Freitag morgen um fünf Uhr wieder ab. Grund für den kurzen Aufenthalt in Deutschland war ein Fehler im Buchungsverfahren.

Zusammenfassend war es eine kurze Zeit mit vielen intensiven Begegnungen, italienischen Forderungen als utopischer Aufgabenberg für deutsche Freizeit-Realisatoren und lange Abende in der Kälte Deutschlands. Es war ein Austausch, der auch maßgebend durch die beteiligten Lehrkräfte für viele ein unvergessliches Erlebnis wurde. Danke an Herrn Lüngen, Frau Duensing, Herrn Schunicht, Holger und alle weiteren, für die einwandfreie Organisation, die ein oder andere Situation, die es eben ausmachen, dieses Savona-Gefühl!

Text: Niklas Bohlen

Fotos: Dana Wittenberg