Vertriebenendenkmäler als Ort regionaler und nationaler Erinnerungskultur

Vertriebenendenkmäler als Ort regionaler und nationaler Erinnerungskultur

Die Kurse GE 801 und GE 802   besuchten am 11.05.17 den Vortrag von Herrn PD Dr. Stephan Scholz von der Universität Oldenburg zum Thema „Vertriebenendenkmäler als Ort regionaler und nationaler Erinnerungskultur“ im Historische Museum Aurich.

Der Vortrag zeigte, wie die Vertriebenendenkmäler, die über die Jahrzehnte in Deutschland entstanden sind, heute eine „dezentral strukturierte Erinnerungslandschaft“ bilden. Herr Dr. Scholz gab dabei einen Überblick über diese Erinnerungslandschaft, indem er deren Formen, nämlich Denkmäler, Gedenksteine und Gedenkorte, anhand von zahlreichen Bildern anschaulich vorstellte. Daran anschließend wurden die erinnerungskulturellen Funktionen der Vertriebenendenkmäler erläutert.
Dabei machte Herr Dr. Scholz deutlich, wie vielschichtig die Funktion der Denkmäler sich darstellte und darstellt, so umfasst diese die Aspekte
–        Trauer
–        Integration
–        Deutschlandpolitik
–        Geschichtsdeutung.
Auch die Aktualität von Fragen, die mit der Erinnerung an die deutsche Zwangsmigration zusammenhängen, wurde von Herrn Dr. Scholz hervorgehoben: Der Erinnerung komme heute eine neue, wichtige Funktion zu. Sie könne im Kontext derzeitiger Zuwanderung „dafür sensibilisieren, dass es auch früher viele Hemmnisse für eine gelingende Integration gegeben hat, dass sie aber auch überwunden werden konnten […] im persönlichen Kontakt und in der Bereitschaft, gemeinsam eine neue Heimat zu schaffen.“
Besonders interessant war zudem die sich an den Vortrag anschließende Diskussion mit zahlreichen anwesenden Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg, die aus ihrer persönlichen Erfahrung berichteten.

Text und Foto: Simon Staubach