Ein Kindheitstraum auf 320 Seiten

Ein Kindheitstraum auf 320 Seiten

Im Sommer jedes Jahres erreichen uns, meist noch spät abends, die Breaking-News ihrer literarischen Grillfeste als E-Mail und auch sonst frischt Frau Korte in unregelmäßigen Abständen unsere Homepage mit Texten aus ihrer Rubrik „Gedanken einer Lehrerin“ auf. Jetzt bin ich dran. Im Folgenden also: Gedanken eines Schülers.

Frau Korte arbeitete in den letzten Monaten neben dem Lehrer-Alltag an ihrem ersten Roman. Jetzt erschien ihr Buch „Tannenzwei“ im Geest-Verlag und feierte im Rahmen einer Vorlesung am Freitagabend Premiere.

Voller Vorfreude schreibt Frau Korte mir am Donnerstagnachmittag eine Facebook-Nachricht: „Keine Ahnung, wie viele kommen, aber 180 Zuschauer passen in den Güterschuppen, und 90 Zusagen habe ich schon…“. Ich sichere ihr auch mein Kommen zu und verspreche, ein paar Bilder aufzunehmen. „Bis dahin!“ bekomme ich kurz darauf als Antwort.

Freitag, etwa gegen 18:30 Uhr. Ich betrete den Güterschuppen, die Autorin liest noch einmal probeweise über ihre Texte, das Licht wechselt ständig die Farben, mehrere Frauen stellen Stehtische in die richtige Position und bauen die Getränkebar am Eingang auf. Alle arbeiten hier zusammen, soll doch schließlich alles perfekt werden.

Als ich um ungefähr 19:15 Uhr zurück in den Güterschuppen komme, war schon kein Platz mehr zu kriegen. Die Stehtische mussten zwangsweise zusätzlichen Stuhlreihen weichen. Ein Andrang, mit dem auch Frau Korte nicht gerechnet hatte. „So viele Menschen!“ sagt sie ganz erstaunt. Die ersten Reihen waren anstatt für Ehrengäste, für ihre Schülerinnen und Schüler reserviert. Das brauche ich nicht mehr erklären – jeder weiß: Frau Korte lebt für die Schule, die Schüler. Deswegen durfte es auch kein anderer Veranstaltungsraum als der Güterschuppen sein.

Nach ersten Reden von der Verlagschefin und einem Freund aus der Studienzeit betritt Frau Korte die Bühne. Aufgebaut ist ein kleiner Tisch mit großer Lampe. Die Farben im Hintergrund sind warm, die Atmosphäre kuschelig. Und dann beginnt sie zu lesen. Kurze Abschnitte, dann folgte Saxophone-Musik. Dann wieder etwas gelesenes. Und dann war die Lesung vorbei. So plötzlich, so unerwartet. Das abrupte Ende liegt wohl an der kurzweiligen Gestaltung des Abends und an der gemütlichen Stimmung.

Eines noch: lest das Buch, es ist unbedingt zu empfehlen. Und an alle die da waren: ihr habt den Abend für Frau Korte zu einem ganz besonderen gemacht, zu einem aufregenden, zu einem, der Kindheitsträume wahr werden ließ.