Fluoreszierende Nanopartikel, lifetime Spektroskopie und Laserbestrahlung

Fluoreszierende Nanopartikel, lifetime Spektroskopie und Laserbestrahlung

Praktikum an der Universidad Autonoma in Madrid vom 02. bis zum 16. Oktober

Von Urte Ellies und Esther Harms

Im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage hatten wir die außergewöhnliche Möglichkeit ein Praktikum an der Universität zu absolvieren und den dortigen Forscher Dirk Ortgies zwei Wochen zu begleiten.

Dirk Ortgies ist Teil einer Forschungsgruppe, die sich damit beschäftigt, bereits vorhandene Theorien und Erforschungen mit eigenen Ergebnissen zu kombinieren und so neue Erkenntnisse zu erschließen, die im Bereich der Medizin hilfreich sein könnten. Das derzeitige Projekt beschäftigt sich damit, fluoreszierende Nanopartikel in Gewebestrukturen zu injizieren und so durch eine Laserdiode zusammen mit einer Infrarotkamera erkennbar zu machen. Das Ziel dieser Forschung ist es, dass zukünftig Tumorgewebe einfacher erkannt und dadurch auch schonender bekämpft werden soll, da großflächige Bestrahlung vermieden wird. Desweiteren nutzt die Forschungsgruppe die Temperaturempfindlichkeit der Tumore. Durch die Fluoreszenz der injizierten Nanopartikel lässt sich die Temperatur innerhalb des Gewebes genau messen und nicht mehr, wie bisher, nur mit einer Wärmekamera von außen. Durch die viel präzisere Temperaturfeststellung kann eine zu hohe Temperatur vermieden werden, die auch über das Tumorgewebe hinaus gesundes Gewebe zerstört.

In den zwei Wochen erhielten wir einen Einblick in diese außerordentlich interessante Forschungsarbeit und durften auch selbst daran teilhaben.

Unser Praktikum begann am 03. Oktober. Zunächst zeigte Dirk Ortgies uns in einem Rundgang die Fakultät der Naturwissenschaften, wodurch wir schon erste Eindrücke über die räumlichen Einrichtungen wie zum Beispiel die Labore erhielten. Anschließend begleiteten wir ihn zu einer Besprechung mit seiner Forschungsgruppe, mit der über derzeitige Ergebnisse diskutiert und das weitere Vorgehen besprochen wurde.

In den zwei Wochen führten wir verschiedene Experimente durch. So haben wir uns zum Beispiel mit der Synthese zu Herstellung von Nanopartikel sowie mit einer lifetime-Spektroskopie, die die anhaltende fluoreszierende Wirkung der Nanopartikel nach dem Bestrahlen mit einem Laser unterschiedlicher Stärken ermittelte, beschäftigt.

Während unseres Aufenthaltes in Madrid hatten wir außerdem die Gelegenheit uns die Stadt und auch einige umliegende Dörfer anzuschauen. So konnten wir ein echtes römisches Äquadukt in Segovia bewundern oder den Palacio Real in Madrid anschauen. Aus den zwei Wochen konnten wir viel lernen und mitnehmen. Unserer Meinung nach haben wir die Zeit maximal genutzt und haben viel Spannendes aus dem Forschungsalltag kennengelernt, zu dem auch Fehlversuche dazugehören, wie wir lernen mussten. Wir sind begeistert von der Zeit hier und wir können sagen, dass sich dieses Praktikum definitiv gelohnt hat, da es eine Bereicherung für unseren weiteren Lebensweg ist.

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei Dirk Ortgies, dessen Forschungsarbeit wir miterleben durften, und bei den Auricher Wissenschaftstagen, durch die diese einzigartige Erfahrung erst möglich war, bedanken.

Text und Fotos: Urte Ellies und Esther Harms