Akustischer Hausmusikabend fand großen Anklang

Seit gut 30 Jahren ist er eine Institution, der Hausmusikabend am Ulricianum. Einst gegründet von Schülern, die sich ein Podium für musikalische Schülertalente wünschten, ist der „Hausmusikabend“ über drei Jahrzehnte schon so etwas wie eine „Kultveranstaltung“ geworden. Leider aber konnte er im vergangenen Jahr aus verschiedenen Gründen nicht stattfinden. Dem neuen Fachobmann für Musik, Christoph Otto Beyer, war die Wiederaufnahme gerade dieses Schulevents deshalb ein wichtiges Anliegen. Auf entsprechende Ankündigungen hatten sich daraufhin fast 40 Schülerinnen und Schüler angemeldet, die gerne musikalische Darbietungen vom Einzel- bis zum Ensemblevortrag zu Gehör bringen wollten. Am Mittwoch, dem 14. März war es dann schließlich so weit: In der voll besetzten Aula konnte ein Programm mit fast 30 Programmpunkten präsentiert werden.

Der Fokus lag schon im Vorfeld auf „akustischen“ Darbietungen, da erfahrungsgemäß eine Mischung elektronisch verstärkter und rein akustischer Darbietungen zumeist zu Lasten der Aufmerksamkeit für unverstärkte Darbietungen führt, wie Christoph Otto Beyer in seiner Moderation erläuterte. Die Aufmerksamkeit der großen Zuhörerschaft und der große Beifall für die Darbietungen der Ulricianer und einiger in Ensembles mitwirkender Gäste schien diesem Konzept recht zu geben, man hätte stellenweise eine Stecknadel fallen hören können. Was war im Einzelnen zu hören?

Blockflötenensembles von Jahrgang 5 aufwärts bestachen durch ihr gelungenes, manchmal nahezu perfektes Zusammenspiel und ihre Spielfreude sowie durch eine abwechslungsreiche Stückauswahl.

Klavierduos boten einen lateinamerikanischen Blick auf „Für Elise“ oder einen erfrischenden Blick auf Mozart, der kraftvoll und selbstbewusst vorgetragen wurde.

Gleich dreimal war das Cello vertreten, darunter auch beim Duo der Brüder Altmikus aus den beiden untersten Jahrgängen, die als frischgebackene Landespreisträger von „Jugend musiziert“ mit Vivaldi und Bartok glänzen konnten.

 

Ein Novum des Hausmusikabends waren zunächst einmal die Geschwister Lea und Sarah Weiss, die im Harfen-Duo einen ganz besonderen Zauber entfalteten und das Publikum zu sehr herzlichem Applaus bewegen konnten.

Mit einer gelungenen Eigenkomposition für Trompete, Klarinette, Gitarre und Klavier warteten sodann vier Schülerinnen des 11. Jahrgangs auf, die sich im Unterricht mit dem Komponieren beschäftigt hatten. Auch ein Lehrer-Trio mit Klarinette, Geige und Klavier durfte nicht fehlen, ebenso wenig wie Solovorträge am Klavier, unter denen das Auswendigspiel eines Joplin-Rags durch Finn Ollmann, der an diesem Abend auch als Trompeter überzeugen konnte, besonders hervorstach.

Mit der Vielfalt ihres Könnens und einer erstaunlichen reifen künstlerischen Präsenz war die Siebtklässlerin Lisa-Marie Wessels an Klavier und Blockflöte zu erleben, wobei ihre Darbietung eines zeitgenössischen Werkes der Komponistin Annette Ziegenmeyer tief beeindruckte. Einen besonderen Glanz- und Schlusspunkt beider Konzerthälften aber stellte das Duo Simon Baalmann (Klavier) und Elena Meyer (Violine) dar: Der Ulricianer aus Jahrgang 8 und die Emder Gymnasiastin waren als Duo bei „Jugend musiziert“ angetreten und sind nun als Landessieger für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Ihre Darbietungen von Beethovens Frühlingssonate und Wieniawskis Legende brachten das Publikum zum Staunen und ernteten einen überwältigenden Applaus.

Mit Rosen bedankten sich die Lehrkräfte nach einem spontanen Dankeswort des stellvertretenden Schulleiters Rüdiger Musolf abschließend bei den knapp 40 Mitwirkenden. COB

Fotos: Marie Bärwald und Pia Jacobs

Text: C.O.Beyer

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