Das Ulricianum im Bundesfinale für Schulschach

Vom 2. 5. bis zum 6.5. fand in Berlin das diesjährige Bundesfinale der Deutschen Schulschach-Mannschaftsmeisterschaft statt. Dort traf die Mannschaft des Ulricianums in der Wettkampfgruppe III als Vertreterin Niedersachsens auf die besten Schulmannschaften Deutschlands. Nachdem die drei niedersächsischen Qualifikationsturniere im Frühjahr für unsere Mannschaft kein Problem darstellten, waren die Gegner in Berlin schon aus einem anderen Holz geschnitzt. Mit viel Geschick und trotz einigem Pech bei der Zulosung der Gegner gelang es unserer Mannschaft, einen ausgezeichneten 13. Platz zu erkämpfen. Aber der Reihe nach.

Vor dem Schach stand zunächst am Mittwoch die Anreise nach Berlin mit dem PKW aus dem beschaulichen Ostfriesland in die Weltstadt Berlin. Erschöpft, aber erwartungsvoll in der Jugendherberge am Ostkreuz angekommen, die zugleich der Spielort war, sah man den kommenden Tagen entgegen. Der Donnerstag hatte es dann in sich: drei Runde standen auf dem Programm. Gespielt wurden jeweils Partien, in der jeder Gegner 60 Minuten Bedenkzeit hatte. Eine Partie konnte also bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen. Gleich die erste Runde brachte unserer Mannschaft mit dem Gymnasium Oberursel einen starken Gegner, immerhin den späteren Drittplatzierten. Brett eins und Brett zwei unserer Mannschaft trafen auf überaus sichere und spielstarke Gegner, denen sie schließlich unterlagen. Dieses Los musste auch unser drittes Brett teilen, allerdings in aussichtsreicher Stellung durch die abgelaufene Zeit. Unser viertes Brett aber konnte sich nach wechselvollem Kampf am Ende durchsetzen. Das gab Mut für die nächsten Aufgaben.

In Runde zwei traf unsere Mannschaft auf das Andreas-Gymnasium aus Berlin. Hier waren wir die Favoriten und konnten auch erwartungsgemäß mit 3,5-0,5 gewinnen. Nach der Mittagspause dann die dritte Runde. Wieder eine Berliner Mannschaft, nämlich die des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, aber eine deutlich stärkere. Ohne wirkliche Chancen unterlagen wir 0-4. Der erste Spieltag war vorüber. Allen war klar, dass auch die kommenden Tagen schachlich herausfordernd sein würden.

Am Freitag wurden zwei Runden gespielt. Der zugeloste Gegner war das Johannes-Kepler-Gymnasium aus Sachsen. Ohne große Schwierigkeiten, nur Brett 1 hatte mit der seltenen Orang-Utan-Eröffnung und der knappen Zeit zu kämpfen, gelang ein glatter 4-0 Sieg. Die folgende fünfte Runde brachte mit dem Christianeum aus Hamburg einen sehr starken Gegner; es hätte zu dem Zeitpunkt auch gerne ein einfacherer sein können. Nach hartem Kampf unterlag unsere Mannschaft schließlich denkbar knapp mit 1,5 – 2,5. Brett 1 verlor in aussichtsreicher Stellung schließlich in großer Zeitnot, Brett 3 musste sich, ebenfalls in Zeitnot, mit einem Remis begnügen. Unser zweites Brett verlor nach ehrgeizigen und anspruchsvollen Manövern doch noch gegen einen seinen versierten Gegner. Brett 4 hingegen konnte gewinnen, übrigens zum vierten Mal im Endspiel. Nach fünf Runden fand sich unsere Mannschaft also auf dem 12. Platz. Ein ausgezeichnetes Ergebnis, aber mit ein bisschen Glück wäre mehr möglich gewesen. Das machte Mut für die beiden noch ausstehenden Runden.

Am Samstag wurde die 6. Runde ausgetragen. Gegner war die Oberschule zum Dom aus Lübeck. Bei den Lübeckern war kurzfristig ein Spieler ausgefallen, sie traten also nur mit drei Spielern an. Eigentlich ein klarer Vorteil für uns; aber wie beim Fußball ist auch beim Schach das Spiel gegen einen Gegner in Unterzahl nicht immer ganz einfach. Zwar gewann Brett 4 wie immer – muss man schon sagen – im Endspiel sicher, aber Brett 1 und 3 verloren erneut in Zeitnot den Faden und mussten sich ihren abgeklärten Gegnern geschlagen geben. So stand es am Ende 2-2. Nach einem Ausflug in die geschichtsträchtige Standmitte Berlins und das Regierungsviertel sowie etwas Freizeit am Abend kam dann am Sonntag die letzte Runde, die als Gegner das Barnim-Gymnasium aus Bernau in Brandenburg brachte, eine etwa gleich stark einzuschätzende Mannschaft. Und tatsächlich endete diese Runde für uns mit einem 2-2. Brett 1 verlor wieder nach aufopferungsvollem Kampf nicht zuletzt gegen die Uhr, Brett 3 schaffte in höchster Zeitnot gerade noch ein Remis, auch am zweiten Brett kam es zur Punkteteilung, sodass unser viertes Brett mit seinem sechsten Sieg für das Unentschieden sorgte. Damit errang das Ulricianum den 13. Platz und bestätigte nun schon zum dritten Mal in Folge, dass seine Schulschachmannschaft zu den besten in Deutschland gehört. Möglich ist dies vor allem durch das hervorragende Training, welches den Spielern im Schachclub Aurich geboten wird. Für das hervorragende Auftreten sei unserer Mannschaft herzlichst gratuliert!

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