Literarisches Grillvergnügen 2018

Literarisches Grillvergnügen 2018
Es ist wieder soweit. Das Schuljahr liegt in den letzten Zügen, alle haben während der Unterrichtszeit derzeit einige Hitze zu verkraften. Die Gebäude sind aufgeheizt, dieser Sommer ein Traum, und die große Pause ist nah und nötig.
Da kam der Kurs de915 im Garten der Lehrerin zum Literarischen Grillvergnügen zusammen an einem Abend, wie er schöner nicht hätte sein können.
Man brachte Salate, Brot und selbstgefertigte Frühlingsrollen mit, ebenso Getränke und natürlich Stockbrot-Teig.
Annika und Alina waren kurz zuvor mit ihrem Französisch-E-Kurs in Paris gewesen und hatten ein wunderbares Gedicht über ihre Reiseerfahrungen verfasst, das sie am Abend zum Vortrag brachten. Sie erhielten viel Applaus.
Ann-Christin hielt eine kleine Festansprache zum Schuljahresende. Zur großen Freude ihrer Lehrerin resümierte sie, dass die anfängliche Skepsis der Kursteilnehmer gegenüber Gedichten in diesem ersten gemeinsamen Jahr Deutschuntericht schon fast einer gewissen Freundschaft mit der Gattung Lyrik gewichen sei.
Das dürfte Frau Kerk bestätigen, die zeitweise den Kurs unterrichtet hatte und nun zum Abschied eine Mappe mit selbstverfassten Gedichten bekam, liebevoll illustriert von Frederik.
So erlebten wir einen herrlichen Abend in fröhlicher Runde.
Schön, dass wir noch ein zweites Jahr zusammen haben!
Text und Bilder: Christine Korte
Und für Alle, die Paris einmal von einer anderen Seite kennenlernen wollen: Das Gedicht ,,Sirap“ von Annika und Alina

Sirap

Bienvenue, Herzlich willkommen
Zu unserm kleinen Wortaufkommen.
Wir bringen euch ein Stück Paris,
Also höre zu und genieß‘.

Wir fahren mit der Metro fort
An einen völlig neuen Ort.
Die Metro voll, stinkend und warm,
Das ist wohl der Pariser Charme.

Eng mögen’s die Pariser gern,
Die leben wohl auf ’nem anderen Stern.
Mir kommen die Leute viel zu nah,
So viel Körperkontakt ist nicht wunderbar.

Der Fahrer hat ’nen Fuß aus Blei,
Dazu sind keine Plätze mehr frei.
Man lernt schnell neue Leute kennen,
Wenn sie in der Tür festklemmen.

Kommt die Metro abrupt zum Stehen,
Sagt mein Gleichgewicht Auf Wiedersehen.
Den ungewollten Bekanntschaften sag‘ ich ade,
Der Abschied tut mir gar nicht weh.

Das erste Ziel ist das Centre Pompidou,
Doch so schnell kommen wir nicht dazu.
Wir kämpfen uns durch Touristenmassen,
Die uns nicht überholen lassen.

Was macht der Pfeiler hier im Weg?
Über mir eine Taube, die bläht,
Neben mir Menschen, die mich antratschen
Und mir auf die Füße latschen.

An der Seine ist man niemals allein,
Die Ratten lauern im Mondenschein.
Sie hüpfen die Stufen hinauf
Und nehmen dabei Paparazzi in Kauf.

Sie führen uns zur Notre Dame
Und chillen dort mit uns zusamm‘.
Und während wir dort sitzen,
Wühlen sie sich durch die Ritzen.

Ein Straßenhändler kommt vorbei,
In den Händen allerlei.
„Lampi, Lampi!“, ruft er uns entgegen.
Gute Qualität? Von wegen.

Fünf für ein Euro, sagt der Mann,
Jeder schaut weg, so gut er kann.
Kaufen woll’n wir nämlich nichts,
Auch nicht wegen des Lampenlichts.

Doch nicht nur bei Händlern gilt es wegzusehen,
Auch anderen sollte man besser aus dem Weg gehen.
In Paris gibt es viele komische Gestalten,
die nicht viel von Abstand halten.

Händler gibt es auch beim Sacre Cœur,
Sie schreien herum und wünschen Gehör.
Aber alle haben nur die Kirche im Blick,
Prunkvoll, riesig und schick.

Doch lange konnten wir es nicht genießen,
Denn bald schon fingen Blitze an zu schießen.
Die Menschenmassen gingen fort,
Wer ist bei Gewitter schon gerne am höchsten Ort?

Souvenirshops sind am Straßenrand,
Ich hab die Lampe wieder erkannt.
Wir haben ein paar Souvenirs ergattert,
Als ’ne Taube über unsere Köpfe flattert.

Zum Louvre fahr’n wir mit der Metro,
Die Sitze sind sehr bunt und retro.
Beim Verlassen gibt es starken Wind,
Wir kämpfen uns dadurch geschwind.

Der Louvre damals ein großes Palais,
Heute umgebaut zu einem Musée.
Wir konnten die Mona Lisa betrachten,
Wenn wir es bis ganz nach vorne brachten.

Kurze Pause bei Les Halles,
Riesiges Einkaufszentrum, großer Schall.
Hunger treibt uns von allein
In ein französisches McDonalds hinein.

Dort wurden wir nach einer Steckdose gefragt,
„Schließt bitte mein Handy an“, hat sie gesagt.
Sie hatte wohl großes Vertrauen,
Keine Angst, dass wir ihr Handy klauen.

Während der Freizeit waren wir auch beim Eiffelturm,
Dort herrschte ein riesiger Menschenansturm.
Wir sind nicht mehr auf den Turm gegangen
Aufgrund von riesigen Warteschlangen.

Dann trennten sich unsere Wege auf,
Ein jeder nahm so seinen Lauf.
Die einen gingen zu Père Lachaise,
Auf der Champs Elysées waren die anderen élèves.

Im Marais-Viertel waren wir auch,
Dort ist Falafel-Essen Brauch.
Einige schauten skeptisch drein,
Doch am Ende bekamen’s alle rein.

Am Abend gingen wir auf den Tour Montparnasse,
Bei der Höhe wurden einige blass.
210 Meter über der Stadt,
Die Aussicht machte uns platt.

Wir hatten Blick auf den Eiffelturm,
Da verflog die Höhenangst im Sturm.
Auch die Sacre Cœur war zu sehen,
Doch irgendwann hieß es runtergehen.

Dann ging es zurück ins Hotel,
Die Lampen im Zimmer strahlten hell.
Doch die Toilette funktionierte nicht,
Irgendwas saß da wohl dicht.

Wir haben geschrubbt und zersetzt,
Doch die Rohre blieben besetzt.
Wir wussten nichts damit anzufangen,
Doch letztendlich ist es auch so gegangen.

Nun sitzen wir wieder im Bus,
Weil die Reise zu Ende sein muss.
Wir singen von der Champs Elysées
Und haben sofort wieder Fernweh.

Jetzt bleibt uns nur noch eins zu sagen,
Wir hoffen, ihr könnt es noch ertragen.
Ihr wart als Zuhörer très bon,
Merci pour votre attention.