Sommerpraktikum am Deutschen Krebsforschungszentrum

Durch die Auricher Wissenschaftstage ist es uns, Laureen Hippen, Tram Huynh, Luca Münzel und Hannah Schmidt, ermöglicht worden, ein zweiwöchiges Praktikum vom 23. Juli bis zum 03. August 2018 am Deutschen Krebsforschungszentrum  (kurz: dkfz) in Heidelberg zu absolvieren. Unsere Anreise traten wir jedoch bereits am Sonntag, den 22. Juli an. Nach einer ca. sechsstündigen Fahrt, in welcher wir uns kennenlernen konnten und unsere Erwartungen teilten, kamen wir am Abend in unserer gemütlichen Jugendherberge an und ließen den Tag mit einem gemeinsamen Essen ausklingen.

Am folgenden Montag begann die offizielle Praktikumszeit. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch unsere Betreuerin Anja Reimann und einer Vorstellungsrunde, in welcher wir die vier weiteren Praktikanten kennengelernten, die durch ihre Teilnahme am Wettbewerb „Jugend forscht“ ebenso einen Platz erhalten hatten, bekamen wir eine Einweisung in die Sicherheitsverordnung und anschließend in die Benutzung von Pipetten, welche wir während der gesamten Praktikumszeit verwendeten. Daraufhin durften wir direkt mit der Laborarbeit anfangen.

Durch diese Arbeit wurden uns drei verschiedene Themenbereiche nahegebracht; die Molekularbiologie, die Zellbiologie und Proteinbiochemie, mit deren Methoden wir arbeiteten. Fokussieren werden wir uns im Folgenden auf die Molekular- und Zellbiologie.

Arbeiten mit der Pipette

Da die gewonnene DNA-Lösung sehr salzhaltig war, gewannen wir durch Ethanol, einer Zentrifuge und einem TE-Puffer eine deutlich reinere DNA-Lösung, welche wir für weitere Schritte weiter verwenden konnten. Im Bereich der Molekularbiologie lernten wir, wie Plasmid-DNA aus einer Bakterienkultur isoliert werden kann. Dabei mussten wir die beiden Vorkulturen – wir nannten diese N1 und JAM – mit Kanamycin, einem Antibiotikum, impfen. Anschließend fügten wir drei verschiedene Puffer hinzu. Der erste sorgte für eine Zerstörung der RNA, der zweite für eine alkalische Lyse, bei welcher die Membran gelöchert wurde, und der dritte Puffer stoppte die Lyse, um die Membran nicht vollends zu zerstören.

Unter anderem gehörten zu diesen Schritten das Gießen eines Agarosegels, mit welchem wir die isolierten Fragmente der DNA unter UV-Licht sichtbar machen konnten, und die Transformation, die wir dazu verwendeten, um die Plasmid-DNA in unsere selbst gegossenen Agarplatten einzubringen und die Bakterien dann wachsen zu lassen. Damit bewiesen wir, dass unsere Bakterien resistent gegen das Antibiotikum Kanamycin waren.

Im Bereich der Zellbiologie beschäftigten wir uns vor allem mit dem sterilen Arbeiten an HeLa-Zellen (Gebärmutterhalskrebszellen), welche wir mithilfe von einer 6-Well-Platte und einer Fluoreszenzfärbung unter dem Mikroskop betrachten konnten. Durch die DAPI-Färbung konnte man unter dem Lichtmikroskop deutlich den Vorgang der Mitose sehen, d.h. wie sich die Zellkerne teilten.

HeLa-Zellen unter dem Fluoreszenzmikroskop

Dieser Todesligand sendete ein Signal an die Zellen, woraufhin diese anfingen, sich selbst zu töten. Die Zelle teilte sich in ihre Organismen und beging in diesem Sinne Suizid. Man spricht von Apoptose. Aber nicht nur mit Gebärmutterhalskrebszellen durften wir arbeiten, sondern auch mit sogenannten Jurkat-Zellen (Leukämiezellen). Diese wurden mit einer Neubauer-Zählkammer gezählt und anschließend in einer 96-Well-Platte mit einem Todesliganden vermischt. Das Volumen des Todesliganden erhöhten wir dabei um wenige Mikroliter.

Steriles Arbeiten an der Sterilwerkbank

Außerdem gibt es auch die Nekrose, bei welcher die Zellen bei 70°C gekocht werden und ebenfalls sterben. Hierbei teilen die Zellen sich nicht, sondern platzen. Durch die Durchflusszytometrie zeigt sich dabei, dass einzig bei der Nekrose keine Zellen überleben konnten.In der zweiten Woche gab es neben der Laborarbeit auch vielerlei Vorträge, die uns einen Einblick in einige Abteilungen des Deutschen Krebsforschungszentrums ermöglichten. Besonders gut hat uns dabei der Besuch in der Radiologie gefallen. Es ist üblich, für die Magnetresonanztomographie (MRT) ein 1,5- oder 3-Tesla-Gerät in ärztlichen Kliniken vorzufinden. Im dkfz hingegen wird ein modernes 7-Tesla-Gerät verwendet, dessen Auflösung um vieles präziser und effizienter ist. Das 7-Tesla-MRT durften wir uns ebenso anschauen. Anja Reimann organisierte uns neben den Vorträgen aber ebenso einen Termin bei einer regelmäßig stattfindenden Konferenz in der Sportmedizin, der wir als Gäste beiwohnen durften. Die sommerlichen Temperaturen während unseres Aufenthalts ließen Heidelberg im schönsten Licht erstrahlen.

Alte Brücke Heidelberg

Da sich unsere Jugendherberge direkt zwischen dem Heidelberger Zoo und dem Freibad „Tiergartenbad“ befand, ließen wir es uns nicht nehmen, im Anschluss an unsere Tätigkeit im Institut eine Abkühlung im Freibad zu bekommen oder die Tiere im Zoo zu besuchen. Außerdem verstanden wir uns sehr gut mit unseren Mitpraktikanten, sodass wir an einem Nachmittag alle zusammen bei ihnen grillten. An unserem freien Wochenende nutzten wir die Zeit in vollen Zügen und besichtigten die Altstadt, liefen zur berühmten Alten Brücke und bezwangen bei drückender Hitze sogar die Treppen zum Schloss hinauf. Doch es machte sich bezahlt, denn uns bot sich eine einzigartige Aussicht, die sehr beeindruckend war.

Schloss Heidelberg

Um unseren Aufenthalt in Heidelberg zusammenzufassen, kann man sagen, dass uns das Praktikum wirklich sehr gefallen hat. Das Life-Science-Lab lehrte uns äußerst viel, sodass wir vier mit neuen Erfahrungen und wundervollen Erinnerungen wieder nach Aurich zurückgereist sind. Darum möchten wir uns herzlich bei den Auricher Wissenschaftstagen und auch bei unserer Betreuerin, Anja Reimann, für diese einzigartige Chance auf ein Praktikum bedanken, welches wir niemals vergessen werden!

Laureen Hippen, Tram Huynh, Luca Münzel, Hanna Schmidt

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