Heimat im Gedicht

Um Lyrik geht es im Deutschunterricht zu Beginn des Jahrgangs 9. Wir lesen Stadtgedichte. Meine Schüler sollen eigene Gedichte über ihre Heimatorte schreiben, nachdem wir zum Beispiel Herbert Grönemeyers große Hymne „Bochum“ ausführlich besprochen haben. Sie lesen ihre Texte über Middels und Aurich und Großefehn.
Majd kommt aus Syrien. Auch er hat ein Gedicht über seine Heimat geschrieben, in einer Sprache, die nicht seine Muttersprache ist.
Syrien, du bist die Schönheit,
doch für viele ist es grad Vergangenheit.
Über fünf Millionen sind weg
und das alles nur vor Schreck.
Doch niemals um sich selbst,
sondern um Familien und Kinder.
(Majd Issa, 9f)
Als ich zuhause darüber nachdenke, lese ich bei der Uno-Flüchtlingshilfe (https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten/), dass es sogar 6,3 Millionen Menschen sind, die ihre syrische Heimat verlassen mussten, so wie vor ein paar Jahren Majd und seine Familie.
Es ist schön, dass wir Majd hier bei uns haben. Aber es ist schrecklich, was in seiner Heimat passiert und welche Konsequenzen seine Familie daraus ziehen musste. Wie viel leichter ist es doch, in Münkeboe geboren zu sein oder in Ihlow oder in Extum.
Text und Foto: Christine Korte

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