Saint-André: Mit Baguette, Wallnuss und Schneeschuh durch die Alpen

Frankreichaustausch 2019, Bericht des Frankreichteils

Auch in diesem Jahr hat wieder eine Gruppe Schülerinnen und Schüler des 9. bis 11. Jahrgangs am Frankreichaustausch teilgenommen. Ziel war la Côte Saint-André im Südosten Frankreichs, zwischen Grenoble und Lyon gelegen.

Am Montag, dem 21.01.2019, ging es in Leer am Bahnhof los. Die elf Stunden Zugfahrt haben wir uns ganz individuell vertrieben. Eine Lieblingsbeschäftigung war jedoch, den betreuenden Herrn Jäckel und Herrn Keim auf den Geist zu gehen („Wann sind wir endlich da?“). Nicht nur in den letzten Minuten vor der Ankunft in Lyon wurden dann schnell noch mal ein paar Vokabeln gelernt und waren alle schon auf ihre Austauschpartner gespannt. In Fahrgemeinschaften wurden wir dann zum Lycée Hector Berlioz nach la Côte Saint-André gebracht, wo wir auch unsere restlichen Austauschpartner getroffen haben.

Am nächsten Tag in der Schule haben sich alle wiedergesehen und wurden zunächst von der Schulleiterin begrüßt, wobei Herr Jäckel für die Deutschen übersetzt hat. Danach haben wir Sprachspiele gespielt, bei denen wir zusammen mit den Franzosen kleine Aufgaben erledigen mussten. Um uns die nächsten Tage zurechtzufinden und den Ort kennenzulernen, haben die Deutschen eine Stadtrallye gemacht, während einzelne Franzosen in den Unterricht mussten. Wir haben uns wieder mit allen in der Cafeteria zum gemeinsamen Essen getroffen und hatten am Nachmittag Unterricht mit unseren Austauschpartnern.

Am Mittwochmorgen hat der Comic-Autor Hervé Kuhn seinen Comic „Helmut l’ami marmotte“ vorgestellt, der sich mit der deutsch-französischen Freundschaft auf Murmeltierebene beschäftigt, Fragen beantwortet und Autogramme verteilt. Im Anschluss haben die Deutschen einen Bäcker besucht und dort selbst Baguette gebacken. Dabei wurde erklärt, welche Zutaten zu einem klassischen, französischen Baguette – im Vergleich zu einem „industriell“ hergestellten – gehören und dann durften wir auch schon selbst ran an den Teig. Es ist wirklich kein Klischee, die Franzosen essen viel Baguette bei jeder Gelegenheit.

Den Nachmittag haben wir in freier Gestaltung mit unseren Austauschpartnern und deren Freunden verbracht.

Am Donnerstag ging es zum Institut Néel, einem Physikinstitut, und einem Labor zur Erforschung von Magnetfeldern in Grenoble, wo wir zunächst einige Informationen über das Institut Neel bekamen und im Anschluss in Gruppen durch verschiedene Abteilungen geführt wurden. Dabei erfuhren wir einiges über den Magnetismus, die Verwendung von riesigen Magneten und Lasern. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus ins Zentrum von Grenoble, welches wir in Kleingruppen erkundeten. Später fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zum Lycée.

Freitags ging es dann Lyon, wo wir uns zunächst einige Sehenswürdigkeiten zwischen Römerzeit und Gegenwart ansahen und interessanten Kurzpräsentationen der Franzosen zu ihren Lieblingssehenswürdigkeiten lauschten. Anschließend hatten wir Freizeit, die wir in Kleingruppen im Einkaufszentrum „La Part-Dieu“ oder der Innenstadt um den Place Bellecour verbrachten. Am Nachmittag machten wir uns mit dem Bus wieder auf den Rückweg nach La Côte Saint-André.

Das Wochenende verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern in den Gastfamilien mit denen viel in der näheren Umgebung bzw. in den Alpen unternommen wurde. Zudem trafen sich einige Tandems zum Lasertag oder Mädelsabend. Das Programm war somit sehr vielfältig und abwechslungsreich.

Am Montagmorgen trafen wir uns schwer bepackt mit Schneeanzügen, Mützen, Handschuhen und Verpflegung an der Schule, um mit dem Bus in die Alpen nach Autrans in den Schnee zu fahren. Oben angekommen versuchten wir Schneemänner zu bauen, was der Schnee dieses Jahr leider nicht zuließ. Unsere Iglus wurden dafür umso besser! Nachdem wir etwas gegessen hatten, teilten wir uns auf und konnten zum Schneeschuhwandern oder Skilanglaufen gehen. Eine Weile schneite es, aber später kam die Sonne durch, konnten wir die Aussichten richtig genießen. Für viele von uns waren dies die ersten Berührungen mit Schneeschuhen oder Ski – dennoch haben wir uns alle gut geschlagen, waren nach dem Tag aber auch fix und fertig.

Der Dienstag war dafür wieder entspannter. Vormittags besuchten wir ein Nussmuseum, in dem wir die herausragende Bedeutung der Walnuss für den Raum Grenoble erkannten und ihre Entwicklung kennen lernten. Im Anschluss stellten wir unsere eigene Nusskonfitüre her und entwarfen ein eigenes Logo für unser Produkt. Nachmittags ging es zu einer Ölmanufaktur, die Öl und Müsli herstellte und viele weitere Nussprodukte verkaufte. Von der Frucht bis zur Schale wird dort alles verarbeitet und verwertet. Letztere wird andernorts zu Kosmetikprodukten verarbeitet. Am Ende bekamen wir noch Müsli aus Ölkuchen für die ganze Gruppe, aber probieren durften wir zwischendurch sowieso immer wieder. Eine Gruppe durfte sogar das Knacken und Aussortieren der Nüsse direkt an den Maschinen selbst erproben.

Unser Austausch endete am Mittwochmorgen mit dem Verabschieden von unseren Austauschpartnern. Nach elf Stunden im Zug („Wann sind wir endlich da?“) freuten wir uns dann doch wieder auf unsere eignen Betten im heimischen Ostfriesland.

Alles in einem war der Frankreichaustausch für alle eine tolle Erfahrung! Wir haben uns wirklich gut mit unseren Austauschpartnern verstanden und die gemeinsame Zeit genossen. Wir freuen uns, unsere Austauschpartner im Juni wieder zu sehen und ihnen unser Ostfriesland zu zeigen.

Livia Maaß und Katharina Nöhren

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