Mehrgenerationenlernen – Über Ethik, Freiheit und Recht

Prof. Dr. Jan Schapp zu Gast in Philosophiekursen des 12. Jahrgangs

Die Idee des Guten fest im Blick – zum Ende ihrer Beschäftigung mit Themen der Staats- und Sozialphilosophie gab es für die Schülerinnen und Schüler noch eine Unterrichtsstunde der besonderen Art: Der gebürtige Auricher hielt nicht nur einen Vortrag, durch den die Zuhörer Einblicke in das spannende Feld der Rechtsphilosophie erhalten konnten. Es zeigte sich, dass der ehemalige Ulricianer, der lange Bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen lehrte, auch biographisch einiges zu bieten hatte. So erzählte er uns auch von seiner Kindheit in Aurich, vom Leben als Sohn des Philosophen Wilhelm Schapp, der den Schüler schon früh in die Welt des philosophischen Denkens einführte.

Im Mittelpunkt der Überlegungen, die Prof. Dr. Schapp den Schülerinnen und Schülern darlegte, standen vor allem drei zentrale Fragen: In welchem Verhältnis stehen Ethik und Recht? Welchen Platz nimmt in der Ethik die Freiheit ein? Und welchen Freiheitsbegriff legt unser Recht zugrunde?

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle Einzelheiten zu referieren, es sei aber angemerkt, dass gerade die Vernetzung von Positionen der philosophischen Tradition (von platonischer Vernunft über Hobbes Leviathan zu Kants Kategorischem Imperativ) ganz neue Einsichten in Zusammenhänge ermöglichte, zumal auch der christliche Freiheitsbegriff und das christliche Doppelgebot der Liebe thematisiert wurden, Aspekte, die den Vortragenden und die Zuhörer schnell zu Glaubensfragen führten. So kamen auch Paulus, Augustin und Luther zu Wort, eher seltene Gäste in unserem Philosophieunterricht, aber auch mal schön.

Wir danken Prof. Dr. Schapp, dass er sich die Zeit für diesen Besuch bei uns genommen hat, und hoffen, dass er sich in seiner alten Schule heimisch gefühlt hat.

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