Meransen – Einmal in den Schnee und zurück

Ende März machten sich fünf tollkühne Lehrkräfte, drei motivierte Betreuerinnen und ein Haufen freudig erregter Schüler der zehnten und elften Klassen auf eine nahezu endlose Busfahrt mit dem Ziel Meransen in Italien. Mit tiefen Augenringen und dennoch heilfroh kam die Reisegruppe am Bauernhof der Familie Fischschnaller an, der jedoch  nach kurzer Inspektion der Schlafräume in Richtung der Skiausleihe in strahlendem Sonnenschein verlassen wurde. Unter viel Schweiß und mit leichten Anlaufschwierigkeiten, wie denn nun ein solch langes Sportgerät transportiert wird, wurde die Beute bergauf zurück ins Quartier geschleppt. Die erste sportliche Einheit war somit überstanden und man freute sich auf das täglich überragende 3-Gänge-Menü der Familie Fischschnaller. Am nächsten Tag stand der lang ersehnte erste Kontakt mit dem Schnee bevor. Aufgrund der herrlichen Temperaturen von bis 25°C war klar, wir müssen früh auf der Piste sein, wenn wir nicht auf Wasserski fahren umsteigen wollen. Daher standen knapp 50 Schüler am nächsten morgen um kurz vor acht mit noch tieferen Augenringen bereit, den Skibus Richtung Talstation zu betreten. Herr Toepel, dem ein Brett unter der Füßen genügt, zog mit seinen Snowboardern von dannen und überließ seinen Kollegen einen Haufen Skifahrern vom Profi bis zum blutigen Anfänger. Herr Birkner übernahm für die ersten zwei Tage die Anfänger und führte sie in die Kunst des Skifahrens ein. Frau Duensing, Frau Speckmann und Herr Struckmeyer setzten die verbliebenen und erfahrenen Skifahrer direkt unter Druck, indem sie die Gruppe auf Herz und Nieren in einer Präsentationsfahrt prüften. Manch guten Fahrer hat dies direkt aus den Socken geworfen, sodass der erste Sturz noch vor dem Anfahren zu beobachten war. Zu diesem Zeitpunkt war Herr Birkner leider schon mit seinen Anfängern unterwegs und den Prüfern blieb nichts anderes übrig als den Bruchpiloten in die Profigruppe zu verfrachten.

Nach den ersten Fahrversuchen aller Gruppen und guten Fortschritten, die in den folgenden Tagen gesammelt werden konnten, machten wir Bekanntschaft mit der einheimischen Skiwacht. Ein hochkrimineller Schüler, dessen Name aus Sicherheitsgründen unter Verschluss bleiben muss, wagte es aufgrund seiner noch nicht optimal ausgeprägter Fahrkünste wegen angeblicher Raserei aufzufallen. Wir können nur warnen er ist laut Carbanossi oder so ähnlich eine GfM – Gefahr für die Menschheit – laut Aussagen des Ordnungswächters war dieser Unmensch mit glatten 90km/h auf einer blauen also mäßig steilen Piste unterwegs. Unmöglich. Einziges Vergehen unseres Schülers war es, Anfänger zu sein und sich an einem falschen Ort einen Sturz zu erlauben. Kann passieren. Glücklicherweise hatte er zwei gute Anwälte mit Herrn Birkner und Frau Duensing, die ihn aus den Fängen des Carbanossis retteten.

Neben den sportlichen Aktivitäten im Schnee lud Herr Toepel am dritten Tag zu einem Tischkickerturnier ein. Nach langer Diskussion über den Spielmodus konnte der Ball endlich rollen und heiße Gefechte ausgetragen werden. Die Sieger des Turniers erhielten einen von den Betreuerinnen liebevoll gebastelten Pokal aus viel Alufolie. Das Team Speckmann/Toepel, das schon gierig auf den Titel war, konnte leider ganz und gar nicht überzeugen und blieben weit unter ihren üblichen Möglichkeiten. Weitere schneefreie Aktivitäten wie Tischtennis und Kühe streicheln dienten der Erholung von den Strapazen im Schnee.

Am Ende einer aufregenden und schönen Woche denkt man als Lehrer, man hat alle Kinder gesund und heile von der Piste bekommen, da ertönt es bereits: „Frau Speckmann Sie müssen mal dringend kommen“. Somit ergab sich die Erkenntnis, dass die größte Gefahr einer Skifahrt nicht das Fahren auf dem Schnee, sondern das Spielen auf dem Kinderspielplatz ist. Mit Hilfe einer Schaukel und viel Übermut gelang es zwei Schülern Bekanntschaft mit der Erdanziehungskraft zu machen. Eine letzte kleine  Aufregung vor der erneut endlosen Busfahrt nach Hause. Da alle Teilnehmer seit Tagen ständig sportlich aktiv waren, war es von Nöten kleine sportliche Pausen an Raststellen einzulegen, in denen die turnerischen Fähigkeiten von Lehrern und Schülern auf die Probe gestellt wurde. Gott sei Dank gab es keine weiteren Bekanntschaften mit der Erdanziehungskraft, sodass die Truppe müde aber zufrieden Aurich am späten Freitag Abend erreichte.

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