Auf der Burg Hülshoff in Havixbeck

Ausflug der Klassen 9c und 9g zum Droste Museum auf der Burg Hülshoff in Havixbeck am 18.12.19

Annette von Droste Hülshoff, eine der größten deutschen Dichterinnen, lebte von 1797 – 1848, also vor sehr langer Zeit. Schülerinnen-und Schüler begegnen der Dichterin heute in der Schule in ihren Texten, zum Beispiel den berühmten Balladen wie „Der Knabe im Moor“ oder der Novelle „Die Judenbuche“. Ihr kurz vor ihrem Tod niedergeschriebener Wunsch „…nach hundert Jahren möchte ich gelesen werden“ hat sich erfüllt. Aber nicht nur ihre literarischen Werke haben überdauert, auch ihre ungewöhnliche Biographie als schreibende adelige Frau in einer Zeit, als dies kaum vorkam, ist ein Thema, das sich im aktuellen Deutschbuch wiederfindet. Gerade jetzt vor Weihnachten mag es gewinnbringend sein, sich wieder einmal mit der Dichtung der Droste zu beschäftigen. Was ihre Texte besonders beeindruckend macht, ist – unter anderem – ihr scharfes Hinsehen, ihre Beobachtungsgabe.

Seien es die Naturbeschreibungen in ihren Gedichten oder ihr Blick auf die Gesellschaft in der „Judenbuche“, immer beobachtet sie genau und feinfühlig. Und sie lehrt uns etwas, das in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft manchmal etwas in Vergessenheit geraten scheint, nämlich nicht zu (ver)urteilen. Man könnte das eine spirituelle Einsicht nennen, die Droste formuliert es als gläubige Katholikin in ihrem der „Judenbuche“ vorangestellten Gedicht in beeindruckender Weise so:

„ Wo ist die Hand so zart, dass ohne Irren Sie sondern mag beschränkten Hirnes Wirren, So fest, dass ohne Zittern sie den Stein Mag schleudern auf ein arm verkümmert Sein? (…) Du Glücklicher, geboren und gehegt Im lichten Raum, von frommer Hand gepflegt, Leg hin die Waagschal, nimmer dir erlaubt! Lass ruhn den Stein – er trifft dein eignes Haupt!“

Im Zeichen einer Erkundung solcherlei Aktualität der Droste stand dann auch der Ausflug der Klassen 9c und 9g zur Burg Hülshoff in Harvixbeck. Dort wurden der Geburtstort und das Elternhaus der Dichterin besucht.

Text und Bilder: Simon Staubach “

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