Ole aus dem Off – Mundschutz für alle

Ole Grimm mit selbst genähtem Mund- und Nasenschutz

Eine Woche ist nun rum. Erst hieß es nur, dass am Freitag, 13.03.20,  die Schule ausfalle. Dann kam eine Whats-App nach der anderen und es stand fest, die Schule fällt bis zu den Ferien aus. Fake? Keiner konnte etwas Genaues sagen. Als am Freitag in den Nachrichten verbreitet wurde, dass wir nun coronabedingt schulfrei haben, ging es zunächst rund. Ausschlafen ist super. Lange PC spielen auch. Sich nicht mit den Freunden treffen zu können ist doof. Virtuelle Treffen  auf Servern bringen es auf Dauer auch nicht.

Also, was nun?

So viel Zeit, sich Gedanken zu machen. Die Nachrichten im TV zu schauen baut einen auch nicht gerade auf. Fragen über Fragen: Was ist mit den spanischen Austauschschülern? Und übrigens, was macht Frau Cimander? Geht es Ihr gut? Was können wir in der jetzigen Situation machen? Was ist wirklich wichtig im Leben? Lohnt es sich wegen Unwichtigem den Tag zu versauen? Gibt es Menschen in der Nachbarschaft, die schlimmere Probleme als Langeweile haben? Kann ich dabei die Lösung sein? Wird die Welt nach Corona noch die gleiche sein? Ich denke, jeder kann die Welt ein wenig besser machen….. und dann kam mir im Gespräch mit meiner Großmutter die Idee…

Auch in Ostfriesland steigen die Infektionszahlen inzwischen stetig. Leider konnte sich nicht jeder mit ausreichend Schutzmaterial eindecken und in vielen Situationen können trotz der Schutzmaßnahmen die Mindestabstände nicht immer eingehalten werden. Das ergibt eine besondere Gefahrensituation, weshalb auch der Deutsche Hausärzteverband Landesverband Niedersachsen e.V. seinen Ärzten eine Anleitung geschickt hat, wie man sogenannte Behelf-Mund-Nasen-Schützer selbst herstellen kann. Da habe ich mir gedacht, dass es viele Schüler und auch Erwachsene gibt, die durch die besondere Situation derzeit viel Zeit haben. Das war die Geburtsstunde für das nachbarschaftliche Hilfsprojekt

„Fehntjer nähen für Fehntjer – Mundschutze“

Im Laufe der Woche konnte ich den Marktleiter Herr Dömelt vom EDEKA Ostgroßefehn für meine Aktion gewinnen und dann ging es los. Im Markt können Leute ab sofort geeignete Stoffe spenden, eine Nähanleitung abfotografieren (oder aus dem Internet herunterladen), aber auch Textilien zum Nähen der  Mund- und Nasenschutz Masken für bedürftige Personengruppen abholen. Nun kann das große Nähen beginnen. Die genähten Masken verteilt jeder „Schneider“ selbst. Damit möglichst viele Leute von dieser Aktion erfahren, habe ich Gespräche mit der OZ und ON geführt, welche die Bevölkerung heute und übermorgen über die Hilfsaktion informieren. Und jetzt hoffe ich, dass sich möglichst viele engagieren und ausreichend Mund- und Nasenschutzmasken nähen, damit sich niemand mehr anstecken muss. Bitte denkt dabei auch an Eure Hausarztpraxis und Krankenschwestern in der ambulanten Pflege. Ohne Mundschutz können sie uns und unsere Familien bald nicht mehr versorgen. Es gibt arge Probleme mit der Nachlieferung.

Auch ihr wollt helfen? Ich kann euch versprechen, dass die Nähanleitung wirklich einfach ist. Vielleicht bittet ihr zunächst jemanden um Hilfe, aber schon nach kurzer Zeit werdet ihr merken, dass es gar nicht so schwierig ist, einen Mund- und Nasenschutz zu nähen. Und wenn wir alle mithelfen, Zeit haben wir jetzt ja, brauchen wir uns wenigstens um die Schutzausrüstung keine Gedanken mehr machen. 

Text und Foto: Ole Grimm (Klasse 5HW)

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