Junior Wissenschaftstage

Auricher Junior-Wissenschaftstage

zur Entwicklung und Förderung besonderer Begabungen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe I

 

Die Auricher Junior-Wissenschaftstage sind seit 2011 Bestandteilder Auricher Wissenschaftstage. Sie erweitern deren Konzept, da sie ab dem frühkindlichen Alter Begabungen und Talente fördern und entwickeln. Neurologische, psychologische und pädagogische Forschungen haben in den letzten Jahren die Notwendigkeit einer frühen Begabungsförderung etabliert.

 

Die Auricher Junior-Wissenschaftstage konzentrieren sich auf die Förderung und Entwicklung von wissenschaftlichen Interessen.

Ihre Schwerpunkte liegen primär im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, berücksichtigen aber auch die so genannte dritte Kultur im Sinne von C.P. Snow.

 

Ob ein Kind einen Interessenschwerpunkt im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich oder im Sinne der dritten Kultur entwickelt, entscheidet sich im präpubertären Alter.

Die Auricher Junior-Wissenschaftstage bieten begabten und interessierten Schülerinnen und Schülern sowie Kindergartenkindern die einzigartige Möglichkeit, gemeinsam Neues anhand des eigenen Handelns und Erlebens unter Begleitung von Wissenschaftlern

in einem authentischen Rahmen zu erlernen. Auf diese Weise

können sie ihre Begabungen und Talente erkennen und entfalten.

 

In der gymnasialen Oberstufe werden die bereits vorhandenen Interessen dann gezielt durch die Auricher Wissenschaftstage vertieft. Somit tragen die Auricher Junior-Wissenschaftstage als Bestandteil der Auricher Wissenschaftstage zur Entwicklung individuellerBildungsbiographien bei und leisten einen notwendigen

Beitrag zu einer frühen Begabungsförderung.

 

Das vorliegende Konzept orientiert sich an folgenden Leitgedanken:

1. Authentizität und Individualität

    Authentizität und Individualität  werden dadurch gewährleistet, dass die Kinder einen ersten direkten Kontakt zu Wissenschaftlern aufnehmen, individuelle Fragestellungen entwickeln, gemeinsam experimentieren und dadurch Forschung authentisch erleben. Es ergibt sich eine Schnittstelle von Forschung und Schule, da Wissenschaftler am Gymnasium Ulricianum z.B. ein Lernlabor einrichten, das den Kindern ein nachhaltiges Lernerlebnis ermöglicht.

2. Selbstständigkeit und Zeitmanagement

Selbstständigkeit und Zeitmanagement stellen zentrale Schlüsselqualifikationen besonders für begabte Schülerinnen und Schüler dar. Diese Qualifikationen sind für Jugendliche in der Pubertät relativ schwierig einzuhalten, da sich das Gehirn zu diesem Zeitpunkt in Stadien neu strukturiert. Der letzte Teil des Gehirns, der sich ausbildet, ist der präfrontale Kortex, der für Planung, gedankliche Kontrolle, Unterdrückung von Impulsen und Entscheidungsbildung zuständig ist. Darum werden Selbstständigkeit und Zeitmanagement durch prozess- und selbst gesteuertes Lernen in den Projekten der Auricher Junior-Wissenschaftstage gefördert.

3. Handlungsorientierung und „erlebte Geschichten“

     Die Projekte der Junior-Wissenschaftstage bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit sowie genügend Zeit und Raum, zu wissenschaftlichen Fragen eigene Hypothesen zu entwickeln und diese dann gemäß des Prinzips der Handlungsorientierung neu zu überprüfen. Durch das eigene Handeln wird Forschung nachhaltig erlebt, so dass das neu Erlernte sich besser im Gehirn verankern kann. In diesem Zusammenhang ist die von Neurowissenschaftlern immer wieder hervorgehobene Bedeutung des frühzeitigen Erlebens zu nennen. Deshalb richten sich die Auricher Junior-Wissenschaftstage an Kinder ab dem Kindergartenalter.

4. Rückbindung an den Unterricht

     Eine Rückbindung an den Unterricht ist zusätzlich motivierend, effektiv und nachhaltig. Den Schülerinnen und Schülern wird der Wert, die Verbindlichkeit und der Erfolg ihres außerunterrichtlichen Engagements deutlich, indem sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen wieder in die Klasse zurück tragen.

5. Gruppenzusammensetzung: geschlechtshomogen,

    jahrgangs- und schulübergreifend

Um die geschlechtsspezifischen Unterschieden in den prozessorientierten Kommunikations- und Arbeitsstrukturen von Jungen und Mädchen differenziert reflektieren zu können, werden auch geschlechtshomogene Gruppen eingerichtet, die gleichzeitig jahrgangsübergreifend sein können. Schulübergreifend wird mit dem Kooperationsverbund Aurich zur Förderung besonderer Begabungen und Talente zusammengearbeitet, der wiederum mit verschiedenen Kindergärten kooperiert. Durch diese Strukturen ist es möglich, dass Kindergarten- und Grundschulkinder gemeinsam mit jungen Gymnasiasten Neues lernen.

6. Kontinuität

Ausgehend von der Tatsache, dass Einzelaktionen nicht wirkungsvoll sind, bieten die Auricher Junior-Wissenschaftstage den Schülerinnen und Schülern kontinuierlich die Möglichkeit, an unterschiedlichen wissenschaftlichen Projekten teilzunehmen.

 

7. Kommunikation zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft

    Die wissenschaftlichen Fragen der Kinder und die daraus resultierenden Antworten sind meistens von allgemeinem Interesse und werden deshalb einer breiten Öffentlichkeit anhand lokaler Medien (Zeitungen, Radio Ostfriesland, Schulhomepage, Präsentationsabende) vorgestellt.