Praktikum am Institut für Neurowissenschaften und Medizin in Jülich

Dank der Auricher Wissenschaftstage durften wir, Lara Fischer und Neele Hamacher, in den Herbstferien ein zweiwöchiges Praktikum am Forschungszentrum Jülich (FZJ) absolvieren.

In unserer ersten Woche durften wir bereits selbst erste Erfahrungen im Labor sammeln und in vielen Bereichen der Forschungen Einblick nehmen. So haben wir zuerst eine Nisslfärbung mit Kresylechtviolett an Kryostat-Gehirnschnitten machen dürfen. Dafür durchläuft man mit den Gehirnschnitten, welche auf Objektträgern fixiert sind, verschiedene Phasen, bis die gewünschte Färbung erreicht ist. Dies kann man mit einem Mikroskop überprüfen. Nach der Färbung werden die Schnitte mit Safe MountQpath, einem Eindeckmittel, eingedeckt, sodass sie fest auf dem Objektträger haften. Des Weiteren durften wir am Kryostaten Gefrier-Gehirnschnitte herstellen. Dazu wird das gefrorene Gehirn fixiert und 20 Mikrometer dünn geschnitten, während in dem Kryostaten tiefe Temperaturen herrschen. Die Schnitte werden dann auf Objektträgern befestigt und anschließend wieder eingefroren, bis sie für weitere Projekte wieder benötigt werden.

Wir durften uns in der ersten Woche außerdem mehrere Vorträge im sogenannten Retreat anhören, in dem verschiedene Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vorgestellt haben. Da am FZJ alles international ist, finden Besprechungen und Vorträge auf Englisch statt. Außerdem stand eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) an, was ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin ist. Hierbei kann die Verteilung einer vorher inkubierten, radioaktiven Substanz in einem lebenden Organismus sichtbar gemacht werden und in weiteren Schritten können diese Rohdaten zu Bildern verarbeitet werden.

In der zweiten Woche durften wir etwas über die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) erfahren und erneut Kryostatschnitte anfertigen. Des Weiteren haben wir uns die Abteilung der Elektrophysiologie angeschaut, in der ein sogenannter Patch-Clamp-Versuch stattfand. Dies ist ein Analyseverfahren zur Darstellung von Ionenströmen durch eine Zellmembran, wodurch beispielsweise die Wirkung von Drogen auf verschiedene Hirnregionen sichtbar gemacht werden kann. Ebenfalls konnten wir bei der Durchführung einer Autoradiografie zusehen, also die Sichtbarmachung und quantitative Bestimmung einer chemischen Komponente (zum Beispiel die Anzahl von Rezeptormolekülen einer bestimmten Hirnregion) durch Inkubation von radioaktiven Nukliden. Dafür haben wir Hirnschnitte in verschiedene Konzentrationen von Tritium gegeben, was dazu führt, dass man durch einen Scan Bilder in verschiedenen Graustufen erhält, die bei der Auswertung helfen. Zum Schluss wurde die PET-Messung noch einmal wiederholt und wir durften unsere zuvor gefärbten Kryostatschnitte mit nach Hause nehmen.

Abschließend können wir sagen, dass wir in den zwei Wochen unseres Praktikums viele neue Erfahrungen sammeln konnten, die uns Eindrücke von der wissenschaftlichen Arbeit, sowie von der Laborarbeit gaben. Wir wollen uns somit herzlich beim Gymnasium Ulricianum, den Auricher Wissenschaftstagen, dem Forschungszentrum Jülich, insbesondere beim Team des INM-2 und unserer Betreuerin Alexandra Drechsel bedanken, die uns diese Chance ermöglicht haben.

Text: Lara Fischer, Neele Hamacher

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