Kursfahrt nach Rom

In der letzten Woche vor den diesjährigen Herbstferien konnte nach zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen endlich wieder eine reguläre Kursfahrt des 13. Jahrgangs stattfinden, die im Falle der Tutorien LA101 von Frau Tokarski, GE103 von Frau Grote und GE104 von Herrn Toepel Rom als Ziel hatte.

Zwar war die Vorfreude auf das zunächst im Raum stehende Reiseziel der ehemaligen römischen Kaiserstadt „Trier“ kaum in Worte zu fassen, jedoch gab es zur Überraschung aller keinerlei Einwände, als „Rom“ als ebenbürtiger Ersatz feststand.

Kultur, Kultur, Kultur

Selbstredend liegt es in einer so geschichtsträchtigen Stadt wie Rom nahe, sich intensiv mit der Kultur, Architektur und Geschichte jener zu befassen.

Netterweise wurde durch Frau Tokarski, Frau Grote, Herrn Graf und Herrn Frerichs ein vielfältiges Programm zusammengestellt, durch das wir die Chance hatten, diverse Wahrzeichen Roms zu sehen.

Unter anderem besuchten wir das Pantheon, das Kolosseum, das Forum Romanum, die vatikanischen Museen und den Circus Maximus.

Für besonders engagierte Schülerinnen und Schüler wurden darüber hinaus freiwillige Abendangebote organisiert, innerhalb derer man sich noch mehr in die Tiefe gehend mit den Besonderheiten der römischen Kultur hat respektive hätte auseinandersetzen können.

Freizeit, Freizeit, Freizeit

Überraschenderweise fand das alternative Angebot, die Abende frei zu gestalten, noch wesentlich mehr Anklang.

So nutzte ein Großteil von uns die Freizeit zum Beispiel dazu, im nahegelegenen Mittelmeer zu schwimmen, essen zu gehen oder Rom bei Abend zu erkunden, aber selbstverständlich wurden auch eine Vielzahl eigenständiger Kulturprogramme von vielen Schülerinnen und Schülern verfolgt.

Von Rom und gutem Essen

Die Verifizierung oder Falsifikation der bereits vor etlichen Monaten von Christian Frerichs im Seminarfach propagierten These, es bestände eine Korrelation zwischen einer sich bei sinkender geographischer Entfernung zu Rom in gleichem Maße erhöhenden Qualität des vorzufindenden Essens, stand noch aus.

Und ja, die römischen Restaurants – sowohl im Zentrum als auch in kleineren Restaurantvierteln wie zum Beispiel Trastevere – können durchaus mit den Auricher Italienern mithalten, Chapeau!

Eine typische Straße im Restaurantviertel „Trastevere“

„Non parlo inglese!“ „No hay problema, hablo español.“

Ich persönlich musste zu meiner Verwunderung und meinem Bedauern feststellen, dass mir meine in jahrelangem Lateinunterricht qualvoll erworbenen Fähigkeiten – beispielsweise hinsichtlich der Ablativi Absoluti – nur bedingt bei der Verständigung mit den Einheimischen geholfen haben.

„Non parlo inglese!“ Mindestens genauso verwundert waren ein paar von uns, wie häufig wir diesen Satz gehört haben, als wir uns ein wenig außerhalb der touristisch geprägten Regionen bewegt haben.

Selbst viele der Busfahrer konnten hier kein oder nur sehr begrenzt Englisch. Das ist selbstverständlich ärgerlich, wenn man den Fahrplan der Busse nicht versteht.

Die Lösung war allerdings denkbar einfach: Natürlich wussten wir als Auricher Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bestens über die nahe Verwandtschaft der romanischen Sprachen bescheid und hatten nicht nur das Glück, dass das Ulricianum innerhalb seines reichhaltigen Angebots Spanisch sowohl als zweite als auch als dritte Fremdsprache anbietet sondern insbesondere auch, dass ein paar von uns tatsächlich an den Kursen teilgenommen haben beziehungsweise immer noch teilnehmen.

Und tatsächlich: Als einer der Busfahrer von uns mit natürlich sehr ausgereiften Spanischkenntnissen und einem noch ausgereifteren Selbstbewusstsein angesprochen wurde, hat er uns tatsächlich gut verstanden und konnte uns die richtigen Linien nennen.

Ein wunderbares Beispiel dafür, dass selbst scheinbar klar voneinander getrennte Sprachen wie Italienisch und Spanisch mithilfe der transnationalen Geschichtsschreibung auf gemeinsame Ursprünge, in diesem Falle der gemeinsamen römischen Vergangenheit des heutigen Italiens und Spaniens, zurückgeführt werden können.

Vorbildlichstes Verhalten

Selbstverständlich wurden sowohl das strikte Alkohol- und Drogenverbot als auch das Zeitlimit von 23:00 an den Abenden stets von allen Schülerinnen und Schülern eingehalten und auch sonstige Verfehlungen kamen nicht vor…

…jedenfalls können wir uns an nichts dergleichen erinnern.

Und sollte es nach 23:00 noch zu weiteren Feiern auf einem der Zimmer gekommen sein, so hätten wir immer darauf geachtet, dass selbst ein Schüler, der regulär innerhalb des Zimmers schläft und müde ist, hätte schlafen können.

Dennoch wurde uns am Abreisetag durch die Lehrkräfte nachdrücklich ans Herz gelegt, uns doch bitte innerhalb dreier Briefe nochmals an das Hotel und insbesondere den Hotelier zu wenden. Das haben wir selbstverständlich auch gemacht.

Eine Abreise der besonderen Art

Sebastian staunte nicht schlecht, als er am Flughafen in Rom zum Drogentest herausgezogen wurde…

…und auf einmal ein Test auf Heroin anschlug. Daraufhin begannen für ihn relativ unschöne 20 Minuten, bis er die anwesende Flughafenpolizei schließlich davon überzeugen konnte, was uns allen natürlich vollkommen klar war: Der Test war falsch positiv gewesen und Sebastian ist selbstredend noch nie mit Heroin in Berührung gekommen!

Doch damit nicht genug. Während des gesamten Abreisetags sorgte ein Bug im System der Airline dafür, dass Luca sich nicht hat einchecken können. Bis knapp einer Stunde vor Abflug war weder klar, ob sie sich noch einchecken kann noch, ob überhaupt noch ein Platz an Bord verfügbar ist, da in der App der Airline angezeigt wurde, dass alle Plätze angeblich schon vergeben seien. In der Zwischenzeit bot Herr Frerichs an, seinen Romaufenthalt – gezwungenermaßen – um einen Tag zu verlängern, indem er seinen Platz mit ihrem tauscht. Nach kurzer persönlicher Diskussion unsererseits mit der Airline konnte Luca sich jedoch kurz vor Abflug endlich einchecken. Was ein Drama.

Doch auch damit nicht genug. Nach Landung in Düsseldorf warteten wir wie gewohnt auf unsere Koffer. Und warteten. Und warteten. Und warteten.

Die allermeisten von uns konnten die jeweils aufgegeben Koffer beziehungsweise eine überdimensionierte buchsbaumgrüne Reisetasche, die sich wunderbar als stilsichere Komplettierung eines aus braunen Bootsschuhen, einer buchsbaumgrünfarbenden Cargohose, eines braunen Gürtels, eines in der Hose steckenden ebenfalls buchsbaumgrünen T-Shirts und einer schwarzen Base-Cap, wahlweise ergänzt durch ein schwarzes Sakko, einer natürlich am rechten Arm getragenen schwarzen G-Shock oder einer schwarzen Sonnenbrille im Wayfarer-Stil, bestehenden Outfits eignet, nach und nach entgegennehmen.

Nicht so allerdings Herr Graf. Er wartete. Und wartete. Und wartete. Und wartete vergeblich auf seine Tasche. (Nun hat er sie jedoch nach viel Geduld wiederbekommen.)

Eine tolle Fahrt

Alles in allem war es eine sehr schöne Fahrt. Es sind viele lustige Sachen passiert, bereits bestehende Freundschaften konnten gepflegt werden und neue Freundschaften entstanden.

Und natürlich wurde auch der Bildungsauftrag, der einer solchen Kursfahrt innezuwohnen hat, hinreichend erfüllt.

Romam iter magnum fuit, wie der Lateiner bzw. der lateinische Google-Übersetzer sagt.

Text: Simon Baalmann

Bilder: Ole Eilers, Christian Frerichs, Margarete Haltermann, Marten Wolters, Simon Baalmann

Schau mal hier:

Orgelbesuch in der Ev.-Luth. Lamberti-Kirche

Eine Orgel, ein Kantor, eine Musiklehrerin und drei 6. Klassen. Wie die Ulricianer den Besuch …

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner