AWT – Praktikum am Bundesinstitut für Risikobewertung

Von Rinesa Ismaili

Ich habe in den Herbstferien vom 17. bis zum 28. Oktober 2022 im Rahmen der Auricher Wissenschaftstage ein Praktikum am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin absolviert. Dort arbeitete ich in der Fachgruppe für Lebensmittelhygiene und -technologie, Warenketten, Produktschutz der Abteilung Biologische Sicherheit am Standort in Marienfelde. Betreut wurde ich zwei Wochen lang von Herrn Dr. Reich. Diese Fachgruppe ist für die Bewertung mikrobieller Risiken von Lebensmitteln unter spezieller Berücksichtigung der Lebensmittelhygiene zuständig. Die Aufgabe besteht darin zu kontrollieren, inwiefern Mikroorganismen in Lebensmitteln die Verbraucher gefährden.


Auf dem Weg ins Institut

Mein Arbeitstag begann immer gegen 9 Uhr und endete ungefähr um 16 Uhr. Dabei fuhr ich jeden morgen mit dem Bus zum Institut. Untergebracht war ich in einem Hotel in der Nähe, in Berlin-Schöneberg. Das Hotel war in schöner Lage zur Innenstadt und hatte eine gute Anbindung ans ÖPNV-Netz.

Am Institut selbst hatte ich viele verschiedene Möglichkeiten mich einzubringen. Ein Beispiel dafür war die Teilnahme an einem wissenschaftlichen Vortrag zum Organsharing, welches darauf abzielt, die Anzahl an Tierversuchen zu reduzieren, indem man öffentliche Tötungsanzeigen an Forschungsinstitute in Berlin sendet. Dadurch konnte man mit dem Projekt „Alma“ an 5 Kühen verschiedenste Untersuchungen durchführen und nicht nach der Schlachtung, alle unbenutzten Organe wegwerfen. Wissenschaftler vom BfR, der Charité und vielen anderen Einrichtungen nahmen am Projekt „Alma“ teil, um neue Erkenntnisse zu den untersuchten Organen zu gewinnen. Abschließend evaluierten die Forscher/innen das Projekt und gaben mit Hinblick auf die zukünftige Durchführung Verbesserungsvorschläge ab, um Organsharing deutschlandweit stärker zu verbreiten.

Für die folgenden Tage am Institut wurde mir die Aufgabe gestellt, Käse herzustellen und den dabei entstandenen Käsebruch und die dafür genutzte Rohmilch mikrobiologisch zu untersuchen.

Die Käseproduktion dauerte bis in den Mittag des ersten Tages.

Käsebruch in der Form am Mittag

Dabei entnahm ich jeweils eine Probe der Rohmilch und eine dem Käsebruch. Ich begann noch am selben Nachmittag damit, die Proben mikrobiologisch zu untersuchen.

Die Untersuchungen beruhten auf bereits bekannte Prinzipien, wie der Erstellung von Verdünnungsreihen oder dem Pipettieren. Dabei stellte ich fest, dass ich durch meinen Unterricht am Ulricianum bereits weitreichende Kenntnisse zur Arbeit im Labor erworben hatte.

Vorbereitung der Ansätze

Die Ansätze, die beispielsweise E. Coli oder die Gesamtkeimzahl nachweisen sollten, stellten wir in Brutschränke. Für jede zu bebrütende Kolonie gab es Richtwerte, wie lange und bei welcher Temperatur die Ansätze in den Schränken verbleiben sollten. Für E. coli liegt die Temperatur bei 44°C und man soll bis zur Auszählung mindestens 24 Stunden warten. Deshalb erfolgte die Auszählung der untersuchten Kolonien in den nächsten Tagen.

Letztendlich stellte sich heraus, dass die Bakterienanzahl sowohl in der Rohmilch, als auch in dem Käse größtenteils unbedenklich war. Diese Einschätzung beruhte auf Grenz- und Richtwerten des LADR-Labors, welche man online abrufen konnte. Jedoch stellte sich heraus, dass die Gesamtkeimzahl in der Rohmilch meiner Probe zu hoch war. Diese Erkenntnis sei allerdings nicht neu, denn Rohmilch ist nicht zum Verzehr geeignet. Diese Risikobewertung beruht auf einer Stellungnahme des BfR aus dem Jahr 2016. Der Verzehr von Rohmilch kann nämlich verschiedenste Krankheitsbilder hervorrufen.

Referat vor der Fachgruppe

Letzter Tag am Institut

Zwei Tage vor Praktikumsende, hielt ich ein Referat vor meiner Fachgruppe über meine gewonnenen Kenntnisse. Dabei ging ich auch auf die Bakterienzahl und den Ablauf der Käseproduktion ein. Diese Präsentation verlief sehr gut und ich konnte mich noch mit den Mitarbeiter/innen über Verbesserungsmöglichkeiten austauschen. Die letzten Tage verbrachte ich mit Routineaufgaben, wie z.B. dem Sortieren von Pipetten, und erhielt Einblicke in weitere laufende Projekte.

Spree in Berlin mit Aussicht aufs Reichstagsgebäude

In meiner Freizeit konnte ich die Stadt erkunden und somit auch die vielen Sehenswürdigkeiten Berlins besichtigen. Außerdem gaben mir die Personen am Institut viele Tipps, wie ich das Wochenende in Berlin sinnvoll nutzen könnte. Dazu wurde mir empfohlen zur Siegessäule zu fahren. Von dort war Berlin in herbstlichen Farben zu sehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Praktikum sehr gut gefallen hat. Die Möglichkeit die Arbeit von Wissenschaftlern beobachten zu können und mein Wissensspektrum dadurch deutlich zu erweitern, weiß ich sehr zu schätzen. Schließlich möchte ich mich dafür bei den Auricher Wissenschaftstagen und dem Bundesinstitut für Risikobewertung bedanken, dass mir dieses Praktikum ermöglicht worden ist.

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